Die wirtschaftliche Lage in Deutschland spitzt sich dramatisch zu. Wie nun die Bundesregierung im Ausschuss für Arbeit und Soziales bestätigt, hat sich die Zahl der Personen, die sich in Kurzarbeit befinden, im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Damit liegt die Zahl deutlich über dem Vor-Corona-Niveau.
„Nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Statistik der Bundesagentur für Arbeit erhielten 212.000 Beschäftigte im Juli 2024 konjunkturelles Kurzarbeitergeld“, heißt es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Nachfrage der AfD-Fraktion im Ausschuss für Arbeit und Soziales, die NIUS exklusiv vorliegt. „Im Juli 2023 wurde noch für 107.000 Beschäftigte Kurzarbeitergeld gezahlt“, berichtet Kerstin Griese (SPD), Parlamentarische Staatssekretärin im Arbeitsministerium von Hubertus Heil (SPD). Während zu diesem Zeitpunkt im Vorjahr knapp 5.500 Betriebe in Deutschland auf die Maßnahme zurückgriffen, waren es im April 2024 schon fast 8.700 Unternehmen.
Gleichzeitig macht die Bundesregierung ein dramatisches Eingeständnis: „Damit liegt die Anzahl der Kurzarbeitenden aufgrund der anhaltenden wirtschaftlichen Schwäche im Juli 2024 über dem Niveau vor Ausbruch der COVID-19-Pandemie“, so die Parlamentarische Staatssekretärin. Im Vor-Corona-Sommer lag die Zahl bei rund 47.000 Personen (Juli 2019). Im Februar 2024 war die Zahl erstmals seit Juni 2022 wieder über 200.000 geklettert, wie die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit belegen. Nach dem Höhepunkt im Juni mit rund 220.000 Beschäftigten in Kurzarbeit, lag sie im Juli zum letzten Stand der Datenerhebung bei etwa 212.000.
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