Zwischen Krisenmodus und Schuldenschwemme: EZB erweitert Repo-Liquiditätsoption

vor 5 Monaten

Zwischen Krisenmodus und Schuldenschwemme: EZB erweitert Repo-Liquiditätsoption
Bildquelle: Tichys Einblick

Ab dem dritten Quartal 2026 gelten neue Regeln für die sogenannte Euro-Repo-Fazilität. Zentralbanken weltweit sollen bis zu 50 Milliarden Euro an Euro-denominierten Sicherheiten, etwa Staatsanleihen, bei der Europäischen Zentralbank hinterlegen können, um sich im Falle akuten Bedarfs bei der Zentralbank mit Euro-Liquidität zu versorgen. Ziel ist es, eine permanente Verfügbarkeit von Euro-Liquidität zu gewährleisten, anstelle der bislang zeitlich begrenzten Repo-Linien.

Zentralbanken greifen auf dieses geldpolitische Instrument gewöhnlich in Phasen akuter Liquiditätsprobleme zurück – zuletzt während der Corona-Lockdowns. Die Repo-Fazilität zählt zu den unmittelbaren Kriseninstrumenten der Notenbanken. Die sogenannte EUREP (Eurosystem Repo Facility for Central Banks) startete am 25. Juni 2020 als kurzfristige Liquiditätslösung für assoziierte Zentralbanken: Die Zentralbank des Kosovo nutzte 100 Millionen Euro, Montenegro 250 Millionen Euro kurzfristiger Liquiditätshilfe.

Bei den Repo-Auktionen handelt es sich in der Regel um den Tausch und die kurzfristige Beleihung europäischer Staatsanleihen für eine kurze Laufzeit von ein bis fünf Tagen, die Geschäftsbanken gegen Liquidität bei der Zentralbank hinterlegen. Das Pfand wird nach kurzer Zeit zurückgegeben, die sogenannten Bankreserven wieder eingezogen, sofern sich das Liquiditätsproblem behoben hat und der Interbankenmarkt entsprechend funktioniert.

Dass die EZB nun ankündigt, dieses Instrument global anzubieten – und das auch über Zeiträume von mehreren Wochen oder gar Monaten –, lässt aufhorchen. Es deutet darauf hin, dass die Währungshüter des Eurosystems möglicherweise eine Liquiditätskrise in nicht allzu ferner Zukunft antizipieren.

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