Das Wort, das die bisherige Bundesregierung am meisten hasst, besteht aus 20 Buchstaben und lautet Deindustrialisierung. Es meint den Abstieg Deutschlands aus der Riege der führenden Wirtschaftsnationen – und damit den Abschied von der liebsten Erzählung der Deutschen von sich selbst: dass auf ihre Wirtschaft Verlass sei.
Als hätte die gescheiterte Regierung des Olaf Scholz nicht schon genug Probleme, wurde Deindustrialisierung nun auch noch zum Wirtschaftswort des Jahres gewählt. Die Jury erklärt: Deindustrialisierung kennzeichne „mit Insolvenzen, Arbeitsplatzabbau und Produktionsverlagerungen ins Ausland die bedrohliche Lage der deutschen Wirtschaft insgesamt.“ Die ganz deutsche Wirtschaft also muss die Deindustrialisierung fürchten oder hat sie schon erlitten.
Verheerender hätte das Urteil für Olaf Scholz und seinen grünen Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck nicht ausfallen können. Die Note für deren Wirtschaftspolitik lautet demnach Setzen, Sechs, Ungenügend. Das Urteil der Jury hat Gewicht, gehört ihr doch mit Monika Schnitzer die Vorsitzende der sogenannten Wirtschaftsweisen an. Aber auch der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch und der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, gaben ihr Votum ab.
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