„Kernenergie hat hier eine Zukunft“: Belgiens Premier rechnet mit Atomkurs seiner Vorgänger ab

vor 4 Monaten

„Kernenergie hat hier eine Zukunft“: Belgiens Premier rechnet mit Atomkurs seiner Vorgänger ab
Bildquelle: Apollo News

Belgiens Premierminister Bart De Wever hat die Energiepolitik früherer Regierungen scharf angegriffen. Entscheidungen rund um den Atomausstieg könnten das Land noch „für ein ganzes Jahrhundert“ finanziell belasten, warnte De Wever in einer Parlamentsdebatte über die Energiepolitik. Über die Rede berichtete das Nachrichtenportal Brussels Signal.

Der Premier machte insbesondere Vereinbarungen mit dem Betreiber der belgischen Kernkraftwerke verantwortlich, dem französischen Energiekonzern Engie. Seine Regierung müsse heute mit Verträgen arbeiten, die von Vorgängerkabinetten ausgehandelt worden seien und den politischen Handlungsspielraum erheblich einschränkten. De Wever sprach von „hunderten Seiten“ an Dokumenten aus dem sogenannten „Phoenix-Deal“, der die Verlängerung einzelner Reaktoren regelt. „In jedem Schrank, den man in Regierungsgebäuden öffnet, fällt ein Skelett heraus – und nicht immer ein angenehmes“, sagte De Wever.

Belgien hatte bereits Anfang der 2000er-Jahre beschlossen, schrittweise aus der Kernenergie auszusteigen. Nach der Energiekrise infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine wurde dieser Kurs teilweise korrigiert. Die Laufzeiten der Reaktoren Doel 4 und Tihange 3 wurden um zehn Jahre verlängert. Grundlage ist eine Vereinbarung zwischen dem belgischen Staat und Engie.

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