Die Bundesregierung hat sich am Mittwoch auf einen Gesetzentwurf geeinigt, der künftig die antragslose Auszahlung von Kindergeld ermöglichen soll. Nach Darstellung des Finanzministeriums soll das Vorhaben künftig Familien entlasten und Bürokratie abbauen. Arbeits- und Sozialministerin Bärbel Bas sprach angesichts der Einigung im Interview mit Phoenix von einem „guten Tag für zukünftige Eltern”. Damit wird der Bezug staatlicher Gelder signifikant erleichtert.
Bürger sollen in Zukunft die für die Auszahlung notwendigen Daten gegenüber Behörden nur noch einmal angeben müssen. Rund 300.000 Erstanträge sollen damit pro Jahr wegfallen. „Wir wollen nicht im Status quo verharren, sondern wir wollen, dass unser Land sich modernisiert, dass der Sozialstaat sich modernisiert”, sagte Finanzminister Lars Klingbeil gegenüber Phoenix.
Die Umstellung soll in zwei Schritten erfolgen. Ab März 2027 ist die automatische Auszahlung zunächst für zweite und weitere Kinder vorgesehen — und zwar an den Elternteil, der bereits Kindergeld für ältere Geschwister erhält. Ab November 2027 soll das Verfahren dann auch auf Erstkinder ausgeweitet werden. Der Grund für das gestufte Vorgehen ist, dass den Behörden bei Erstkindern noch keine Bankverbindung vorliegt, sodass in diesen Fällen zunächst die Daten übermittelt werden müssen.
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