Die italienische Regierung bereitet einen Gesetzentwurf vor, der den Wiedereinstieg in die Kernenergie ermöglichen soll. Der Entwurf, bestehend aus vier Artikeln, wurde vom Umweltminister Gilberto Pichetto Fratin an den Regierungssitz Palazzo Chigi übermittelt und soll voraussichtlich in der nächsten Kabinettssitzung diskutiert werden. Die Umsetzung soll noch in dieser Legislaturperiode stattfinden.
Die Mitte-Rechts-Regierung von Giorgia Meloni will damit CO₂-Emissionen zu reduzieren, die energetische Unabhängigkeit Italiens stärken und die Energiekosten für Haushalte und senken. Der Entwurf sieht vor, dass die Regierung innerhalb von 24 Monaten nach Inkrafttreten des Gesetzes Dekrete erlässt, die die Produktion nachhaltiger Kernenergie im Land regeln. Bis 2050 soll Kernenergie zwischen 11 Prozent und 22 Prozent des Strombedarfs decken, mit einer installierten Kapazität von 8 bis 16 Gigawatt.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Einführung kleiner modularer Reaktoren (SMR). Minister Pichetto betonte in einem Interview mit „Il Sole 24 Ore“, dass eine europäische Koordination notwendig sei, da die Zulassungsverfahren erheblichen Einfluss auf die Kosten eines Reaktors haben. Eine Standardisierung der ersten Phasen des Genehmigungsprozesses würde daher einen bedeutenden Fortschritt für alle beteiligten EU-Mitgliedstaaten darstellen.
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