Man rümpft so gerne die Nase über die Titelseiten von Klatschzeitungen: „Trennung! Jetzt redet SIE!“, „Drama in der Märchenvilla: Was wird aus den Zwillingen?“, „Blitzscheidung – er hat schon eine Neue!“, „Ex-Frau packt aus: DIESER Star hat einen Mikropenis!“. Die Schlagzeilen aus dem politischen Berlin lesen sich seit dem Ende der Ampel kaum anders.
Man könnte fast meinen, die Ampel-Parteien wären in diese Koalition gezwungen worden und nicht selbstbestimmt – und gegen den Widerstand von so ziemlich jedem Wähler jeder Partei – zusammengekommen, weil man sich auf vieles einlässt, wenn man schöne Posten und attraktive Pensionen in Aussicht gestellt bekommt. Genauso, wie man sich auch mal auf den dreißig Jahre älteren Schlagerstar einlässt, wenn man Chancen auf eine prominente Stelle im Testament oder eben beim Dschungelcamp erwarten kann.
Die SPD holte zur Bundestagswahl 2021 überraschend 25,7 Prozent des Zweitstimmenanteils und wurde damit zur stärksten Kraft. Die Betonung liegt auf „überraschend“, denn zuvor war die Partei noch totgeglaubt. Sie hat zwar gewonnen, doch den Umständen entsprechend nicht sonderlich siegreich, auch wenn die SPD sich natürlich als Erdrutschsieger begriff. Es war mehr eine „Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte“-Situation. Alle waren so auf Annalenas gefälschten Lebenslauf fokussiert, und dann musste Laschet auch noch im Ahrtal lachen, dass der profillose Olaf Scholz mit seiner profillosen SPD für viele eine neutrale Alternative bot.
Parteipressekonferenzen von Die Linke, CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen











