In einem Interview rechnet der ehemalige bayerische Ministerpräsident und CSU-Ehrenvorsitzende Horst Seehofer (77) scharf mit Kanzler Friedrich Merz und der aktuellen Unionsführung ab. Er warnt vor einem deutlichen Vertrauensverlust und vor sozialer Kälte in der Politik.
Seehofer wirft im Interview mit Bild dem Bundeskanzler vor, zentrale Wahlversprechen gebrochen zu haben, und erklärt wörtlich: „Friedrich Merz hat durch den Bruch von Wahlversprechen einen massiven Glaubwürdigkeitsverlust erlitten. Das Sofortprogramm von CDU und CSU versprach an erster Stelle eine Senkung der Stromsteuer für alle – passiert ist nichts.“
Für die Bewältigung der aktuellen Herausforderungen fordert der CSU-Mann eine grundlegende Änderung der Arbeitsweise: „Wir brauchen deutlich mehr Tempo und deutlich weniger Selbstbeschäftigung.“ Statt ständig neuer Expertenkommissionen brauche es klare eigene Haltungen: „Ein Politiker, der in der Bundesliga spielt, muss selbst eine Haltung haben – beispielsweise bei der Pflege – und auf dieser Basis Lösungen in der Koalition durchsetzen.“
Pressekonferenz B'90/Grüne mit Franziska Brantner (Bundesvorsitzende) | 12.10.26











