Thorsten Frei hat am Donnerstag angedeutet, dass die Union zu einem Kompromiss bei der Verfassungsrichterwahl bereit sein könnte. In der ZDF-Sendung Maybrit Illner erklärte der Kanzleramtsminister, es sei „klar, dass bei Verfassungsrichterwahlen man nicht mit jedem einzelnen Thema einverstanden sein muss, das eine Kandidatin oder ein Kandidat hat.“
Er lobte überdies Frauke Brosius-Gersdorf, die infolge zahlreicher Medienberichte über frühere Arbeiten zu einer angeblich aus dem Grundgesetz ableitbaren Impfpflicht und zur Frage nach der Menschenwürde bei ungeborenem Leben, von den Bundestagsabgeordneten der Union bekämpft worden war. Eigentlich sollten am 11. Juli drei neue Richter für das Bundesverfassungsgericht gewählt werden – wegen der Unstimmigkeiten wurde der Vorgang abgeblasen.
„Sie ist in jedem Fall eine fachlich hoch versierte Juristin. Das ist überhaupt gar keine Frage“, sagte Frei jetzt über Brosius-Gersdorf. Er forderte die Beteiligten auf, „ganz nüchtern nach Lösungsräumen“ zu suchen, um so die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit im Bundestag zu ermöglichen. „Daran arbeiten wir jetzt“, erklärte der CDU-Politiker weiter. Eine konkrete Absage an die SPD machte er nicht.
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