Der Politikwissenschaftler Herfried Münkler hält es für möglich, dass die AfD in einem ostdeutschen Bundesland parlamentarische Macht ähnlich nutzt, wie es die NSDAP 1931 in Thüringen tat. Im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte er, „man kann nicht ausschließen, dass wir Ende 2026 in mindestens einem Bundesland eine ähnliche Situation haben.“
Als gefährdet nennt Münkler vor allem Länder wie Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern. Wenn Populisten hohe Anteile im Parlament hätten, wirkten sie auf die Besetzung von Verfassungsgerichten und auf Rundfunkverträge ein. Ob das dort „gut gehen wird“, wisse er nicht. Stabile Zustimmungswerte trotz neuer Vetternwirtschaftsvorwürfe sprächen „für einen hohen Anteil in der Bevölkerung, der mit der Demokratie nichts anfangen kann und will“.
Münkler bescheinigte dem Osten eine „Anfälligkeit für autoritäre Regime“, die man sich 1990 nicht habe vorstellen können – in jenem Teil Deutschlands also, in dem 1989 Hunderttausende gegen die SED-Herrschaft auf die Straße gingen.
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