Während normale Bürger jeden Cent dreimal umdrehen müssen, flossen in Hannover mehr als 1,2 Millionen Euro Steuergeld in einen kleinen Integrationsverein am Kronsberg. Gegründet von einer SPD-Ratsfrau und betrieben von ihrer eigenen Familie. Das Ergebnis? Pleite. Und die Politikerin legt genau einen Tag später ihr Mandat nieder. Ein klassischer Fall von rotem Filz? Die Behörden prüfen jetzt, ob das Geld wirklich für Integration und Jugendliche ausgegeben wurde – oder an anderer Stelle versickert ist.
Hülya Iri galt lange als Aushängeschild der hannoverschen SPD: alleinerziehende Mutter mit Migrationshintergrund, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und zuständig für Integration. 2018 gründete sie den Verein „Integrationsarbeit Kronsberg e.V.“ – zusammen mit ihrer Tochter Esma Bozdemir und ihrem Sohn. Das Büro zog in ein ehemaliges Yogastudio am Jakobskamp. Das Konzept klang edel: Hilfe für Geflüchtete, Projekte gegen Jugendgewalt im Problemviertel Hannover Kronsberg und später Workshops gegen Antisemitismus per Kampfsport.
Die Fördertöpfe öffneten sich wie von selbst. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) überwies allein für das „Respekt Café Kronsberg“ knapp eine Million Euro aus EU-Mitteln – davon rund 739.000 Euro tatsächlich ausgezahlt. Das Land Niedersachsen legte noch einmal rund 350.000 Euro drauf, darunter 55.000 Euro für 45 „Sport gegen Antisemitismus“-Kurse. Insgesamt kamen über 1,2 Millionen Euro zusammen. Für einen Verein mit gerade mal zwei Mitarbeitern, der nur in einem Stadtteil aktiv war. Zum Vergleich: Ein großer stadtweiter Flüchtlingshelfer-Verein bekommt aus der Stadtkasse gerade mal 72.000 Euro im Jahr.
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