Handdesinfektionsmittel bald verboten? EU könnte Ethanol als krebserregend einstufen

vor 9 Monaten

Handdesinfektionsmittel bald verboten? EU könnte Ethanol als krebserregend einstufen
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Die Europäische Union überlegt, Ethanol als krebserregend einzustufen. Sollte das der Fall sein, würde das faktisch ein Verbot von Handdesinfektion und Reinigungsmitteln – sogar in Krankenhäusern – bedeuten. Wie die Financial Times am Dienstag berichtet, empfiehlt eine Arbeitsgruppe der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) in einem internen Schreiben, Ethanol als krebserregend einzustufen. Auch solle der Stoff Komplikationen bei Schwangerschaften wahrscheinlicher machen und solle wegen dieser beiden Gründe verboten werden.

Der Ausschuss der Agentur wird vom 24. bis zum 27. November zusammenkommen und dann über die Einstufung entscheiden. Anschließend wird die ECHA eine Empfehlung an die EU-Kommission abgeben, welche die endgültige Entscheidung treffen wird. Bereits jetzt kommt es zu deutlicher Kritik an dem Vorhaben. Alexandra Peters von der Universität Genf warnt vor einer veränderten Einstufung des Ethanols. Seit den 1990ern steht es auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation.

„Krankenhausinfektionen töten weltweit jedes Jahr mehr Menschen als Malaria, Tuberkulose und Aids zusammen“, sagt Peters gegenüber der Financial Times. „Handhygiene, insbesondere mit alkoholbasierten Handdesinfektionsmitteln, verhindert weltweit jährlich 16 Millionen Infektionen.“ Die Verwendung von Seife dauere länger und würde die Haut stärker schädigen als Ethanol. Bei einer Stunde Operationszeit würden Krankenschwestern die Hälfte der Zeit mit Händewaschen verbringen, würden sie Seife nutzen.

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