Nachdem er höhere Spritpreise gefordert hatte: ADAC-Präsident Gerhard Hillebrand tritt zurück

vor 5 Monaten

Nachdem er höhere Spritpreise gefordert hatte: ADAC-Präsident Gerhard Hillebrand tritt zurück
Bildquelle: NiUS

Gerhard Hillebrand, Verkehrspräsident des ADAC, hat sein Amt niedergelegt. Der Rücktritt ist die direkte Folge einer massiven Austrittswelle, die durch ein Interview ausgelöst wurde, in dem er sich für eine CO2-Bepreisung als Mittel gegen den Klimawandel aussprach. Zehntausende Mitglieder kehrten dem mit rund 22 Millionen Mitgliedern größten deutschen Automobilclub den Rücken – ein Reputationsschaden, für den Hillebrand nun persönlich Verantwortung übernimmt.

In der Neuen Osnabrücker Zeitung hatte Hillebrand kurz vor Weihnachten erklärt: „Der ADAC hält die CO2-Bepreisung für ein richtiges Instrument, um die Klimaschutzziele zu erreichen.“ Er betonte, höhere Treibstoffpreise schafften den nötigen „Anreiz, um auf klimaschonende Alternativen zum Diesel und Benziner umzusteigen“. Zugleich warnte er vor einer Aufweichung europäischer Klimaziele: „Davor kann ich nur warnen. Europa muss an ehrgeizigen CO2-Minderungszielen festhalten, wir müssen die Erderwärmung begrenzen.“ Und: „So zu tun, als gäbe es den Klimawandel nicht, wäre ein fataler Irrweg.“

Die Äußerungen trafen bei vielen Mitgliedern, überwiegend Vielfahrern mit Verbrennermotoren, auf Ablehnung und sorgten für Unverständnis. Schon in den ersten Tagen nach der Veröffentlichung meldeten sich Tausende Kündigungen; Berichte sprechen später von bis zu 60.000 Austritten in den Folgewochen. Eine ADAC-Sprecherin erklärte damals: „Die Zahl der Kündigungen zeigt, dass viele Mitglieder den Eindruck hatten, der ADAC habe seine Rolle als Anwalt der Autofahrer verlassen. Das trifft den ADAC und wird sehr ernst genommen.“ Der Club betonte, der entstandene Eindruck passe nicht zu seinen Positionen. Man setze sich für Klimaschutz ein, fordere aber stets Kompensationen und Entlastungen, um Überforderungen zu vermeiden.

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