Friedrich Merz will es wissen. Wenige Stunden vor der Klausur des CDU-Präsidiums zum Umgang mit der AfD erklärte der CDU-Chef und Kanzler bei einem Bürgerforum im Sauerland, es gebe „fundamentale Unterschiede“ zwischen „dieser sogenannten Alternative für Deutschland“ und der Union. Gut möglich also, dass sich die Wähler der AfD künftig auch „fundamental“ gegen die Union entscheiden.
Abgesehen davon, wie klug und höflich es ist, die Parteispitze zur Klausur zu laden und das Ergebnis in eiserner Rhetorik („… jedenfalls nicht mit mir als Vorsitzendem!“) vorwegzunehmen, markieren solche Ansagen aber eben auch immer einen „fundamentalen“ Bruch mit den Wählern, die das ja ganz offensichtlich anders sehen. Merz sagte, er und die Union würden künftig die Unterschiede zur AfD noch deutlicher herausstellen. In vielen WhatsApp-Gruppen und Chat-Foren der Union nahm man diese Äußerung mit einiger Belustigung auf: Man habe gar nicht bemerkt, dass es an Abgrenzung und Attacke gegenüber der AfD bislang gemangelt habe, schreibt ein CDU-Mitglied aus Berlin.
An der CDU-Basis wurde die Forderung nach einem anderen Umgang mit der AfD, die vor allem Ex-CDU-Generalsekretär Peter Tauber, Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und seit längerem schon der konservative Vordenker Prof. Andreas Rödder angestoßen hatten, als ein Zeichen gewertet, dass die Überlegungen zur Neuausrichtung der AfD-Strategie auf allen Ebenen der Partei angekommen seien. Merz‘ harsche Absage sorgte hier vielfach für Kopfschütteln. Eine bislang erfolglose Strategie weiterzuverfolgen, sei nicht unbedingt einleuchtend, hieß es.
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