Ein kleiner und ein großer Drogenbaron: Was El Chapo und Maduro gemeinsam haben  

vor 6 Monaten

Ein kleiner und ein großer Drogenbaron: Was El Chapo und Maduro gemeinsam haben  
Bildquelle: NiUS

Der von den Amerikanern verhaftete Nicolás Maduro ist weniger Präsident denn Drogenboss, der staatliche Strukturen nutzt, um Schmuggelrouten zu schützen. Lesen Sie hier, wie ähnlich er Joaquín „El Chapo“ Guzmán und anderen mittel- und südamerikanischen Großkriminellen der Vergangenheit ist.

Das Metropolitan Detention Center (MDC) in Brooklyn, New York, das für seine prominenten Insassen und unangenehmen Haftbedingungen wie Kakerlaken im Essen, defekte Beleuchtung und Schimmel in den Duschen berüchtigt ist, hat einen prominenten Neuzugang bekommen: Venezuelas (gewesener) Machthaber Nicolás Maduro ist eingerückt. Wie einst Joaquín Archivaldo Guzmán Loera, besser bekannt als „El Chapo“ (der Kleine), Chef des mexikanischen Sinaloa-Kartells.

Bis zu seiner Verurteilung zu gut vier Jahren saß auch der Rapper Sean Comps (P. Diddy) hier in Untersuchungshaft ein, seither in einem Gefängnis im Bundesstaat New Jersey. Derzeit prominentester Gefangener im MDC ist Luigi Mangione, der Brian Thompson, einen US-Multimillionär und CEO des Krankenversicherungsunternehmens UnitedHealthcare, umgebracht haben soll. Der weniger bekannte Rapper 6ix9ine trat im MDC eben seine Haft an und kündigte das so an: „Wir werden bald das beste Basketballteam haben, das das Gefängnis je gesehen hat.“

Nur dass Maduro kein Basketball spielt. Die Tagesschau bezeichnete ihn kürzlich als „Busfahrer, Präsident, US-Gefangener“, aber auch diese Beschreibung geht weit an der Realität vorbei, zumal Maduro nur im Jahr 1991 Busfahrer war und längst kein „Präsident“, sondern Diktator – und vor allem Kartell-Boss. Insbesondere durch das sogenannte Cartel de los Soles („Kartell der Sonnen“) ist das Regime tief in kriminelle Strukturen verflochten. Nicht als klassische Bande wie das Medellin-Kartell oder das Sinaloa-Kartell, sondern als informelles Netzwerk.

Diktator und Drogen-Boss, nicht „Busfahrer“: Nicolás Maduro.

Dort blüht der Drogenhandel nicht trotz, sondern wegen des Netzwerks aus ranghohen Militärs, Geheimdienstlern und regierungsnahen Kriminellen. Es schmuggelt nicht selbst Kokain in die Vereinigten Staaten, kollaboriert aber mit den Drogenhändlern, koordiniert, stellt die Logistik bereit und lässt sich dafür bezahlen. Dieses Netzwerk hat Venezuela als Drehscheibe für den Kokain-Transit in einen „Narco-Staat“ verwandelt.

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