Es ist dunkel, eng und klein. Abgedeckte Lampen geben kaum Licht im Tunnel, auf dessen Fußboden kaum sichtbar alte Decken liegen. Ein Gefühl der Beklemmung stellt sich ein, wenn man daran denkt, dass die Geiseln der Hamas seit vielen Monaten in solchen Tunneln leben müssen. Unterirdisch, ohne Tageslicht oder frische Luft, fürchten sie jeden Menschen, der vorbeikommt. Denn der Lebenssinn ihrer Geiselnehmer ist die vollständige Vernichtung der Juden.
Das hat die Hamas in Artikel 7 ihrer Gründungscharta aus dem Jahr 1988 so festgehalten. Die Hamas bezieht sich explizit auf einen Ausspruch des Propheten Mohammed, der besagt, dass das Weltgericht erst kommen werde, wenn alle Juden getötet wurden. Dass diese Charta für die Hamas immer noch Gültigkeit hat, zeigte nicht zuletzt das brutale Massaker an israelischen Juden am 07. Oktober 2023.
Der Tunnel, durch den ich gehe, ist nur eine dreizehn Meter lange Nachbildung, die überirdisch liegt. Und dennoch stellt sich umgehend dieses bedrückende Gefühl ein. Am Eingang fällt noch Licht auf den Fußboden und erlaubt den Blick auf eine kleine Kindermatratze, die mit Kunstblut bedeckt ist. Eine Erinnerung daran, dass unter den über 1.000 Israelis, die am 7. Oktober ermordet wurden, auch Kinder waren – genau wie unter den etwa 250 Geiseln, die die Hamas nach Gaza verschleppt hat.
Eines von ihnen ist Kfir Bibas. Der kleine Rotschopf war nur neun Monate alt, als er mit seinem vierjährigen Bruder Ariel und seiner Mutter Shiri Bibas von der Hamas entführt wurde. Die Terroristen behaupten, dass der kleine Kfir, sein Bruder Ariel und seine Mutter Shiri tot sind, doch dafür gibt es bislang keine Beweise. Die IDF geht von „psychologischem Terror“ aus. Das Einzige, was man sicher weiß, ist, dass die Hamas den Vater Yarden, der von seiner Familie getrennt gefangen gehalten wird, für Propaganda-Videos missbraucht.
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