Die Welt will Frieden – Brüssel und Deutschland Krieg

vor 7 Monaten

Die Welt will Frieden – Brüssel und Deutschland Krieg
Bildquelle: Tichys Einblick

Frieden ist ein Weihnachtswunsch, aber Frieden gibt es nicht in Goldpapier gewickelt, und mit Schleifchen auch nicht. Meistens gibt es zwei Verlierer. Der Westfälische Frieden, der 1648 den 30-jährigen Krieg beendet hat, kannte keine Sieger, sondern nur verbrannte Erde, auf der zu spät die Einsicht wuchs, dass der Krieg keine Sieger kennt. Nur Elend.

Der Frieden von Versailles kannte Sieger: die USA, Frankreich und Großbritannien, und viele Verlierer: Deutschland, Österreich-Ungarn und ihre Verbündeten. Aber auch die Sieger waren Verlierer, weil sie Millionen von Männern auf den Schlachtfeldern verloren haben und der Osten Frankreichs, wo der Krieg tobte, eine Gräberwüste war, die sich bis heute als solche zeigt: eine unheimlich öde, ausgebrannte Landschaft, mehr als 100 Jahre nach dem Stahlgewitter noch immer mit Sperrzonen versehen, in denen Sprengsätze lauern. Russland war Verlierer und Sieger zugleich; aber wer zählt die Toten, Verwundeten, die verwüsteten Städte, das zerstörte Land, die Verwundungen und Verheerungen?

Deutschland fühlte sich ungerecht behandelt, aber was gerne vergessen wird: Frankreich auch, das überfallene Belgien sowieso. Ein eindeutiger militärischer Sieg war der Triumph 1945 über Deutschland und Japan; aber er ging nach ein paar halbverhungerten Jahre in den Kalten Krieg über. Karl Kraus hat über den Ersten Weltkrieg formuliert: „Genießt den Krieg, der Frieden wird fürchterlich.“

Krieg bedeutet: Frontlinien, Feindbilder, Durchhalteparolen. Man weiß, wo die Guten stehen und wo das Böse haust in seinen Schützengräben.

Im Frieden beginnt die eigentliche Zerreißprobe – weil alles konkret wird: Frieden heißt Karten neu zeichnen oder einfrieren – und jede dieser Linien produziert Verlierer auf beiden Seiten. Gerade die Debatte um Donbas-„Rückzug“-Forderungen zeigt, wie unvereinbar die Ausgangspositionen sind. Sobald Moskau von „Sicherheit/Verwaltung“ in besetzten Gebieten spricht, ist das für Kiew (und viele Europäer) faktisch die Fortsetzung der Kontrolle mit anderen Mitteln. Ein Frieden ohne glaubwürdige Abschreckung ist für die Ukraine politisch kaum verkäuflich – ein Frieden mit robusten Garantien ist für Russland schwer schluckbar. Die EU betont genau diesen Souveränitäts- und Sicherheitskern.

Publisher Logo

Dieser Artikel ist von Tichys Einblick

Klicke den folgenden Button, um den Artikel auf der Website von Tichys Einblick zu lesen.

Weitere Artikel