In einer Jugendeinrichtung in Stade richtet der 45-jährige Vater Fatih G. ein Blutbad an: Sechs Mitarbeiter der Einrichtung erschießt er kaltblütig, anschließend flüchtet er gemeinsam mit der Patentante seiner Tochter, Sylvia S., einer bekannten Migrationslobbyistin aus Bremen mit langjähriger Tätigkeit in einem staatlich geförderten NGO-Umfeld. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Fatih G., Sylvia S. und die Mutter des Kindes wegen Mordes. NIUS rekonstruiert den Fall.
Am Montagmittag, dem 29. Juni 2026, eskalierte in einer geschützten Mutter-Kind-Einrichtung der Jugendhilfe in Stade, Niedersachsen, ein „Hilfeplangespräch“ zur Sorgerechts- und Unterbringungsfrage eines drei Monate alten Babys in einem Blutbad. Das Gespräch sollte klären, wie es mit dem Kind und seinen Eltern weitergeht. Das Baby war wegen des Verdachts eines Schütteltraumas und weiterer Vorfälle in Obhut des Jugendamts genommen und gemeinsam mit der Mutter in der Einrichtung untergebracht worden.
Noch bevor die tödlichen Schüsse in Stade fielen, hatte das Amtsgericht Neustadt am Rübenberge dem späteren Schützen und seiner Frau das „Aufenthaltsbestimmungsrecht und das Recht zur Gesundheitssorge“ für die gemeinsame Tochter entzogen und an einen sogenannten Ergänzungspfleger übertragen. Hierbei kann es sich um eine verwandte Person oder das Jugendamt handeln.
Nach bisherigen Erkenntnissen betrat der Vater des Kindes, Fatih G., gegen 11:30 Uhr das Gebäude und begab sich in den Besprechungsraum, in dem das Hilfeplangespräch stattfinden sollte. Dort anwesend: drei Mitarbeiter des Jugendamts Hannover, drei Mitarbeiter der Stader Jugendeinrichtung und die Mutter seiner Tochter. Während des Gesprächs schickte er die Mutter aus dem Raum, bevor er eine Schusswaffe zog und gezielt sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendhilfe und des Jugendamts mit Kopf- und Brustschüssen hinrichtete. Vier Frauen und zwei Männer starben. Die Mutter des Kindes und das Baby blieben körperlich unverletzt.
Die Mutter-Kind-Einrichtung in der Dankersstraße 29 in Stade. Hier geschah die Horrortat.
Direkt nach den Schüssen flüchtete Fatih G. in einem hochmotorisierten Mercedes-Benz GLE Coupé mit fast 400 PS, der bereits vor der Jugendeinrichtung wartete. Am Steuer des Fluchtwagens: Sylvia S. Gemeinsam flüchteten die beiden in Richtung der B73. Während der anschließenden Verfolgungsjagd stoppte die Polizei den Wagen auf der Bundesstraße 73 am Stadtrand von Stade durch gezielte Schüsse auf die Reifen. Sowohl Fatih G. als auch Sylvia S. wurden daraufhin festgenommen.
Fatih G. sitzt in Untersuchungshaft und wird des sechsfachen Mordes aus Heimtücke und niedrigen Beweggründen beschuldigt. Es gibt Hinweise, dass er nach der Tat versuchte, sich das Leben zu nehmen. Sylvia S. ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß.
Fluchtfahrzeug war ein Mercedes-Benz GLE Coupé mit fast 400 PS. Am Ende konnte das Fluchtauto nur mit gezielten Schüssen in die Reifen gestoppt werden.
Fatih G. wurde am 4. April 1981 in Goslar im Harz geboren. Sein Vater stammte aus der türkischen Provinz Kahramanmaraş und verstarb 2021 in der Türkei. G. war bereits dreimal verheiratet, alle drei Ehen wurden aber wieder geschieden.
In Deutschland war der Mann den Behörden bereits bekannt, unter anderem weil er Ärzte bedroht haben soll. Ermittler beschreiben ihn als schwierig und aggressiv im Umgang mit Behörden. Im Frühjahr 2026 wurde die wenige Wochen alte Tochter der Familie nach Informationen von NDR, WDR und der Süddeutschen Zeitung als Notfall in eine Klinik in Hannover eingeliefert. Dort äußerten Ärzte den Verdacht, das Kind leide unter den Folgen eines Schütteltraumas. Die Eltern widersprachen dieser Einschätzung. Im Verlauf der Behandlung kam es zu Konflikten zwischen den Eltern und dem medizinischen Personal. Der Vater soll sogar die Polizei gerufen haben, um eine Notoperation wegen einer Hirnblutung zu verhindern.
Daraufhin erstatteten Klinikärzte am 22. April 2026 Anzeige gegen ihn wegen Bedrohung. Nach der Entlassung aus der Klinik am 15. Mai 2026 leitete das Jugendamt die Inobhutnahme des Kindes gegen den Willen beider Eltern ein. Am 18. Mai 2026 zeigte der Vater seinerseits mehrere Klinikmitarbeiter wegen falscher Verdächtigungen an. Ein Familiengericht entschied später, dass der Säugling wieder mit der Mutter zusammengeführt werden sollte. Daraufhin wurden Mutter und Kind am 26. Mai 2026 in der Mutter-Kind-Einrichtung in Stade untergebracht. Der Vater soll dem Beschluss des Familiengerichts in Teilen widersprochen haben.
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