Wer im Bundestag für Deutschland arbeitet, sollte die Deutschlandfahne nicht wie ein Problem behandeln. Gerade Abgeordnete vertreten nicht eine beliebige Organisation, sondern das ganze Land. Deshalb ist schwer vermittelbar, wenn ausgerechnet das nationale Symbol im eigenen Parlamentsgebäude nur noch unter Vorbehalt sichtbar sein soll. Die aktuelle Debatte zeigt ein grundsätzliches Problem.
Aus dem berechtigten Anspruch auf Ordnung im Haus wird schnell ein politisches Machtinstrument, wenn Symbole pauschal verdrängt werden. Natürlich gilt auch im Bundestag das Hausrecht. Natürlich braucht ein Parlament Regeln. Aber Regeln müssen dem Sinn des Hauses dienen, nicht dazu, das Bekenntnis zum Land klein zu halten.
Gerade deshalb wirkt es befremdlich, wenn nationale Symbole strenger behandelt werden als andere politische Zeichen. Wenn eine Regenbogenfahne als Ausdruck gesellschaftlicher Haltung diskutiert wird, dann muss erst recht gelten: Auch die Deutschlandfahne trägt die legitime Botschaft. Der Unterschied liegt nicht darin, ob ein Symbol erlaubt ist, sondern ob es politisch gefällt. Und genau dort beginnt das Problem.
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