Deutschland entdeckt die Langsamkeit

vor 7 Monaten

Deutschland entdeckt die Langsamkeit
Bildquelle: NiUS

Das Jahr geht zu Ende, es ist gut, einmal innezuhalten. Allerdings sollten wir nicht zu viel und zu lange innehalten – aber diese Gefahr besteht. Die Olympischen Spiele, um die wir uns gerade bewerben, sind wie eine Parabel auf unser Land. Das Motto des größten Sportwettkampfs aller Zeiten hieß einst citius, altus, fortus (schneller, höher, stärker), ein Leitspruch aus der Römerzeit. Heute lautet das olympische Motto: „Dabei sein ist alles“.

Besser kann man den Wandel auch bei uns nicht beschreiben. In Deutschland hat sich eine neue Langsamkeit etabliert, eine allgemeine Trägheit hat das Land überzogen – und keinen scheint es, so richtig zu stören.

Es ist nicht lange her, da war Geschwindigkeit der Maßstab des Fortschritts. Züge, Autos, Flugzeuge machten es möglich, immer längere Distanzen in immer kürzerer Zeit zu bewältigen. Als die erste Zugstrecke eingeweiht wurde, berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS), warnten Fachleute, die Geschwindigkeit von 30 Kilometern in der Stunde könne sich schädlich auf die Gesundheit der Fahrgäste auswirken. Telegrafen, Telefone und schließlich Internet versprachen eine enorme Zeitersparnis. Die Beschleunigung der Welt schien unaufhaltsam zu sein.

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