Der frühere „Bild“-Politikchef Einar Koch hält es keineswegs für ausgemacht, dass der zehnte Kanzler der Bundesrepublik Deutschland Friedrich Merz (CDU) heißt. Spuckt ihm Markus Söder (CSU) noch kräftig in die Suppe? Der DK-Gastautor hält das für möglich. Denn: Rache ist eine Speise, die man kalt genießt!
Eine Analyse von EINAR KOCH*
„Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.“ Es waren Worte für die Ewigkeit, gesprochen von der deutschen Nationaltrainer-Legende Sepp Herberger. Übertragen auf die Politik gilt: Nach der Wahl ist vor der Wahl- genauer: Nach der Neuwahl ist vor der Neuwahl!
Denn: Ein Merz macht noch keinen politischen Frühling! Der Ausgang der Bundestagswahl ist bei wohlwollender Betrachtung das „second worst“-Szenario. Abzuwarten bleibt, ob der „worst case“ in Gestalt von Schwarz-Rot- „Grün“ nicht doch noch eintrifft, falls die Wagenknecht-Partei das Wahlergebnis wegen des Briefwahl-Chaos erfolgreich anfechtet und bei Nachwahlen die Fünf-Prozent-Hürde überspringt. Das würde die Sache dreifach komplizieren – genau genommen sogar vierfach komplizierter machen. Denn CDU und CSU treten bei Koalitionsverhandlungen als eigenständige Parteien an.
Aber bleiben wir der Einfachheit halber bei den jetzigen Ausgangsdaten: Eine schwarz-rote Koalition, wie sie der deutlich unter dem erhofften Ergebnis zurückgebliebene Schein-Wahlgewinner (mitnichten Sieger) Friedrich Merz anstrebt, käme zwar auf eine relativ solide 32 Stimmen-Mehrheit – aber ist diese politisch tragfähig?
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