Die brisanten Hintergründe der Affäre Ulmen-Fernandes: Chronik eines medialen Staatsstreichs

vor 3 Monaten

Die brisanten Hintergründe der Affäre Ulmen-Fernandes: Chronik eines medialen Staatsstreichs
Bildquelle: NiUS

Die Geschichte von Collien Fernandes und Christian Ulmen könnte die Geschichte einer gescheiterten Ehe sein. Einer gestörten Beziehung zweier Schauspieler, in der die Frau zum Opfer ihres Mannes wurde, der sie – so erzählt es Fernandes – körperlich angegriffen, aber auch mit einem abstoßenden Fetisch gedemütigt haben soll, ohne dass sie es wusste.

Collien Fernandes und Christian Ulmen heirateten im Juni 2011. Das Foto zeigt das Paar im März des Jahres beim Radio Regenbogen Award.

Doch diese Geschichte ist viel mehr, und das liegt an der Kampagne, in deren Zentrum das Schicksal von Fernandes gesetzt wurde.

Am vergangenen Donnerstag, dem 19. März, veröffentlichte der Spiegel unter der Überschrift „Du hast mich virtuell vergewaltigt“ einen langen Text über Fernandes, in dem sie ihrem Ex-Mann Ulmen vorwirft, über Fake-Profile gefälschte sexualisierte Darstellungen von Fernandes verbreitet und unter ihrem Namen, aber ohne ihr Wissen, mit Männern geflirtet und sogar Telefonsex gehabt haben soll. Er selbst hat sich zu den Vorwürfen noch nicht geäußert, sein Anwalt spricht von „unwahren Tatsachen“. Für Ulmen gilt, ebenso wie für Fernandes, die Unschuldsvermutung.

Die gedruckte Ausgabe des Spiegels erschien am 20. März 2026 mit der Fernandes-Geschichte auf der Titelseite.

Seitdem diese Geschichte an die Öffentlichkeit gelangt ist, wird wenig über die Beziehung von Fernandes und Ulmen und dafür viel über strengere gesetzliche Restriktionen im Netz gesprochen. Und genau das, darauf deuten umfangreiche Recherchen von NIUS hin, könnte genau so von Beteiligten beabsichtigt sein.

Die Geschichte über den Fall Ulmen/Fernandes hat alles, was eine linke Groteske braucht: eine Correctiv-Journalistin, eine Steuergeld-NGO, eine Zero-Covid-Aktivistin, eine raunende Spiegel-Titelstory und eine Ministerin, die die Meinungsfreiheit einschränken will. Was sie nicht hat, ist Klarheit darüber, was im Hause Ulmen-Fernandes eigentlich passiert ist.

Ganz Deutschland spricht über Deepfakes. Um gefälschte Videos von real existierenden Personen also, die mithilfe von KI erstellt wurden. Und ganz gleich, welchen Sender man einschaltet, welche Zeitung man aufschlägt, die Botschaft ist überall dieselbe: Es braucht jetzt härtere Gesetze gegen dieses neue Phänomen, vor allem gegen pornografische Deepfakes, die durch den Fall Ulmen erstmals ins öffentliche Bewusstsein getreten sind.

Dabei stellt sich eine banale und doch entscheidende Frage: Hat Christian Ulmen überhaupt Deepfakes verschickt? Die Beleglage muss zumindest dem Spiegel dünn erscheinen. Denn er vermeidet in seinem Text eine klare Aussage. Wann immer es um die Videos geht, die Ulmen verschickt haben soll, wählt das Magazin eine andere Formulierung: Fremde Männer hätten von den Fake-Profilen Videos erhalten, in denen die Protagonistinnen Fernandes „zum Verwechseln“ oder „täuschend“ ähnlich gesehen haben sollen.

In einer E-Mail, die Ulmen laut Spiegel an einen Berliner Strafverteidiger schickte, soll Ulmen seine Taten gestanden haben. Der Spiegel gibt Ulmens Schilderung wie folgt wieder: „Er habe den Gesprächspartnern Videos geschickt, die auf frei zugänglichen Pornoseiten erhältlich gewesen seien und deren Protagonistinnen seiner Frau ähnlich gesehen hätten.“

Christian Ulmen hat sich bis heute nicht zu den Vorwürfen geäußert.

An keiner Stelle schreiben die Autoren des Spiegels ausdrücklich, dass Ulmen Deepfakes verschickt habe. Ein Zufall ist ausgeschlossen: Bei dem Text handelt es sich um Verdachtsberichterstattung, ein Genre, das dem Spiegel zuletzt immer wieder gerichtliche Auseinandersetzungen eingebracht hat. Jedes Wort in einem solchen Artikel wird von der juristischen Abteilung abgeklopft.

Offenbar reichte dem Spiegel die Beleglage nicht aus, um Ulmen das Versenden von Deepfakes zu unterstellen. Offen bleibt, ob das Magazin überhaupt eines der gefälschten pornografischen Videos einsehen konnte, die gegen den Willen von Fernandes erstellt und verschickt worden sein sollen. Eine entsprechende Anfrage, die auch viele weitere Fragen enthielt, ließ der Spiegel unbeantwortet.

Die gefakten Videos von Fernandes zu finden, ist offenbar nicht ganz leicht. Zumindest kommt man zu diesem Schluss, wenn man sich eine Dokumentation ansieht, die Fernandes 2024 für das ZDF drehte. „Deepfake-Pornos: Digitaler Missbrauch“ heißen die beiden Folgen aus der Reihe „Die Spur“, Co-Autorin von Fernandes ist bezeichnenderweise die Journalistin Marie Bröckling, die zuletzt als Investigativ-Reporterin für das Medienhaus Correctiv arbeitete und dort vor allem über die AfD-Verbots-Debatte berichtete. Correctiv ist als linksaktivistische Plattform bekannt, der kürzlich gerichtlich untersagt wurde, die Behauptung zu verbreiten, bei einem Geheimtreffen in Potsdam sei ein Remigrations-„Masterplan“ geschmiedet worden – eine zentrale Erzählung des linken Lagers, die 2024 Millionen Menschen auf die Straße brachte.

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