So lässt sich auch Ostern feiern. In der Nacht zum Montag hatten sich 120 Angehörige des örtlich bekannten Goman-Clans in einer Shisha-Bar in Leverkusen-Opladen versammelt, um zusammen zu feiern. Aber die Feier eskalierte rasch, und das in mehrere Richtungen: Erst kamen Beschwerden der Anwohner über die Lärmbelästigung. Als die Polizei dann gegen elf Uhr abends zum zweiten Mal in die Shisha-Bar in der Uhlandstraße ausrücken musste und die Feier beenden wollte, gab es Gegenwehr gegen die Kräfte. Flaschen, Gläser und Stühle, auch die Fäuste flogen in Richtung der Beamten. Drei von ihnen mussten medizinisch versorgt werden, zwei davon im Krankenhaus.
Anscheinend hatten die Clan-Mitglieder aber auch untereinander Streit. Am Ende waren 150 Polizisten in 50 Einsatzfahrzeugen – teils aus Köln kommend – nötig, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Der Einsatzbereich wurde mit Flatterband abgesperrt. Drei Männer, teils blutverschmiert, wurden mit Handschellen arretiert. Zwei junge Frauen (17 und 35 Jahre) und ein 26-Jähriger wurden vorübergehend auf die Wache gebracht. Die Personalien von 40 Personen wurden aufgenommen. Letztlich blieb es bei einer wirklichen Festnahme: Ein 25-Jähriger soll dem Haftrichter vorgeführt werden. Um halb sieben am Ostermontagsmorgen war der Einsatz zu Ende.
Und wer sich nun über die Verbindung Clans und Ostern wundert: Die Goman-Familie stammt ursprünglich aus Polen und hat einen Roma-Hintergrund als fahrendes Volk. Die Familienmitglieder reisten wohl in den 50er-Jahren über Ostdeutschland in den Westen aus und wurden später vor allem in Leverkusen sesshaft. Clanchef und innerfamiliärer Friedensrichter war lange Zeit Adam Goman, der um 1980 auch als Schlagersänger „Andy Morro“ auftrat und 2021 starb. Seitdem gilt Michael Goman, alias „Don Mikkel“, als Familienoberhaupt. 2019 wurde er wegen Betrugs in 21 Fällen zu acht Jahren Haft verurteilt, offenbar hat er sich für Dienstleistungen bezahlen lassen, die er nicht erbrachte. Das soll eines der kriminellen Geschäftsmodelle der Familie sein. Vor allem in Ostdeutschland bieten sie demnach Haus- und Gartenarbeiten an.
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