Es braucht Zeit, bis sich staatliche Akteure an einen Richtungswechsel des Wirtschaftsgeschehens anpassen. Ihre ökonomischen Modelle sind auf Expansionsphasen geeicht und spiegeln eine eindimensionale Betrachtung des Wirtschaftslebens wider. Umso bemerkenswerter ist da die Meldung der Deutschen Bundesbank, die ihre Wachstumsprognose für die Wirtschaft anpasste und kleinmütig eingestand, was kritische Beobachter seit Jahren konstatieren: Deutschland befindet sich in der Rezession.
Auf die negative Bestandsaufnahme folgt aber unmittelbar der für staatliche Institutionen verpflichtende Zweckoptimismus. Ab dem kommenden Jahr, so die Ökonomen der deutschen Zentralbank, ginge es mit der größten Volkswirtschaft Europas schrittweise wieder bergauf. Für 2026 rechnet man mit einem Wachstum von 0,7 Prozent, für 2027 mit 1,3 Prozent.
Geht es nach der Bundesbank, wird sich der Rezessionsnebel bald lichten. Dennoch regt sich vorsichtige Kritik am politischen Kurs der Bundesregierung. Zwar ist es lediglich ein sanftes Antasten des öffentlich Sagbaren, immerhin bewegt man sich mit Kritik an der politischen Führung dieser Tage auf dünnem Eis – aber es ist durchaus ein leises Grummeln in der ansonsten perfekt abgestimmten Berliner Medienmaschine vernehmbar.
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