Am Wochenende kam das BRICS-Bündnis in Brasilien erstmals in erweiterter Fassung zusammen. Zu den Gründungsmitgliedern Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika sind – auf Betreiben Chinas und Russlands – sechs neue Länder hinzugestoßen. Dadurch hat sich das Gleichgewicht innerhalb der Gruppe verschoben und die BRICS-Gruppe ist größer und somit komplexer geworden. Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien, Äthiopien, Indonesien und Iran sind nun Vollmitglieder.
Das Forum der Staaten im Globalen Süden, an dessen Gründung Brasilen 2009 selbst mitgewirkt hat, war einst eine bedeutende Plattform für ein einzigartiges Netzwerk mit anderen aufstrebenden Volkswirtschaften außerhalb der westlichen Industrieländer. Die Machtverschiebung im internationalen Umfeld hat aber in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass sich die BRICS-Gruppe immer mehr politisiert und dementsprechend auch erweitert hat.
In seiner Eröffnungsrede im Museum für Moderne Kunst von Rio warf der Präsident Brasiliens Lula den Großmächten vor, „das multilaterale System“ zum Zusammenbruch geführt zu haben. „Das Völkerrecht ist zu toten Buchstaben geworden“. In seiner Rede kritisierte er auch die Erhöhung der Ausgaben des Militärbündnisses NATO. Es sei offensichtlich „einfacher, fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Verteidigung aufzuwenden, als das alte Versprechen zu erfüllen, 0,7 Prozent des BIP in die Zusammenarbeit mit den Entwicklungsländern zu investieren“. Lula träumt von einer multipolaren Welt, in der Brasilien eine regionale Führungsrolle einnähme. Brasilien stellte sich gleichzeitig gut mit den USA und Europa, sowie Israel und den arabischen Staaten. Lula weiß, dass der Aufstieg des globalen Südens ohne westliche Kooperation keine Aussicht auf Erfolg hat.
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