Böhmermann zwischen den Fronten – Wenn Wokeness zum Bumerang wird

vor 9 Monaten

Böhmermann zwischen den Fronten – Wenn Wokeness zum Bumerang wird
Bildquelle: Tichys Einblick

Angriff ist die beste Verteidigung. Nach diesem Motto handelt Jan Böhmermann seit Jahren. Der Empörungssturm gegen den ZDF-Moderator hat sich noch nicht gelegt, da setzt der verzogene Sohn – vulgo: „Krawallschachtel“ (Harald Schmidt) – am Freitag nach. Er greift öffentlich die Berliner Zeitung und NIUS an. Beide von „reichen Männern“ unterhalten, die „Sorge“ um Deutschland hätten. Mit einem geschätzten Vermögen von 5 Millionen Euro ist auch Böhmermann kein Kind von Traurigkeit, aber wer will da gleich sozialneidisch werden?

Kurzum: Lauter Krawall soll den anderen lauten Krawall übertönen. Anfang des Monats noch hatte sich Böhmermann gleich doppelten Unmut eingehandelt. Am 7. Oktober – ausgerechnet der Jahrestag des Hamas-Massakers an israelischen Zivilisten – wollte der besorgte Millionär im Berliner „Haus der Kulturen der Welt“ (HKW) ein zweifelhaftes Programm abhandeln. „Showacts“ waren dabei auch durch antisemitische Couleur schillernde Persönlichkeiten.

Gewicht bekam die Äußerung des Merz’schen Kulturstaatsministers Wolfram Weimer: „Dass nun ausgerechnet am Jahrestag des Hamas-Anschlags auf Israel am 7. Oktober ein Konzert mit einem Künstler stattfinden soll, der antisemitische Inhalte verbreitet, empfinde ich als Provokation. […] Deshalb sollten die Veranstalter wissen, dass ich als Aufsichtsrat des Hauses der Kulturen der Welt nicht akzeptiere, wenn das HDK für antisemitische Aktionen missbraucht wird.“

Den Medien, sonst routinierte Aus-der-Hand-Fresser des mehrfachen Grimme-Preisträgers, wurde der Fall nicht minder unheimlich. Böhmermann zog die Reißleine, sagte die Veranstaltung für den 7. Oktober ab. Ein über Monate geplantes Festival wurde innerhalb weniger Tage über den Haufen geworfen. „Die Möglichkeit der Unvernunft“ war jetzt nicht mehr Show, sondern Programm.

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