Huch, bröckelt etwa die Brandmauer im Mainstream-TV? Am Montag erst Markus Frohnmaier bei Maischberger, jetzt Tino Chrupalla bei Lanz. Der hat doch erst vor vier Wochen Beatrix von Storch zusammen mit seinen Gästen in den kollektiven Schwitzkasten genommen. Jetzt schon wieder ein AfD-ler? Was ist da los im Seniorensender ZDF?
Schwitzkasten klappt mit Chrupalla allerdings nicht. Der Görlitzer lässt sich nicht in die Ecke treiben, nicht stummschalten und schon gar nicht aus der Ruhe bringen. Dabei hat Lanz alles so schön vorbereitet. Er ist wieder ganz in seinem Element: Wörter in den Mund legen, jede Menge alte Kamellen, Zitate und Vorfälle hervorkramen, Aussagen verdrehen und die übrigen Gäste in Stellung bringen. Wie ein Kapellmeister orchestriert Lanz die neue Aufführung, Titel: Chrupalla und die Lächerlichkeit des Seins.
Problem: Chrupalla lässt sich partout nicht lächerlich machen.
Wladimir Kara-Mursa überlebte zwei Giftanschläge und ein Straflager in Sibirien. Er ist voller Hass auf Putin, aber auch voller Liebe zu Russland. Sagt er. „Russland wird, das werden wir erleben, ein friedliches, demokratisches Land werden“, glaubt er und fügt noch an: „In Europa integriert.“ Damit müsste er mit Chrupalla nun eigentlich auf einer Linie sein, doch im Gegensatz zum AfD-Mann sucht der Kreml-Kritiker keinen Dialog mit dem jetzigen Russland. „Wichtig ist, dass der Westen nicht noch weiter die Diktatur von Putin stärkt.“ Wenn Kara-Mursa dran ist, redet er sich schnell in Rage, dann ist von Liebe wenig zu spüren. Aus seinen Augen sprechen Leid, Verbitterung und Hass. Über den Ukraine-Krieg sagt er: „Dieser Krieg endet nicht, so lange Vladimir Putin an der Macht ist.“
Putin selbst ist auch zugegen. Böse blickt er von der Studiowand herunter, inszeniert wie der Große Bruder aus Orwells 1984. Da kann man es schonmal mit der Angst kriegen.
AfD-Parteitag in Erfurt - Tag 1 u.a. mit Wahl zum Parteivorsitz | 04.07.26











