Astropolitik: Wenn der Kampf um Macht und Ressourcen ins All verlagert wird

vor 8 Monaten

Astropolitik: Wenn der Kampf um Macht und Ressourcen ins All verlagert wird
Bildquelle: NiUS

Der Weltraum, unendliche Weiten … Mit dem Begriff der Geopolitik ist der geneigte Leser inzwischen vertraut, doch wer hat schon einmal von der sogenannten Astropolitik gehört? Keine Sorge, noch geht es nicht um die Abwehr der Marsmännchen, sondern vorerst dreht sich alles ganz um die Erde, und das ist durchaus wörtlich gemeint.

Hoch über unserem Dasein als Erdlinge kreisen bereits heute über zehntausend Satelliten um unseren Heimatplaneten. Sie bilden eine kritische Komponente für so ziemlich jedes staatliche, wirtschaftliche, wissenschaftliche und individuelle Handeln. Sie helfen bei Wettervorhersagen, was die Landwirtschaft bereits heutzutage optimiert und die Anzahl von Katastrophenopfern in Extremwetterlagen minimiert. Für die Kommunikation sind sie unerlässlich, und natürlich sind Satelliten mit hochauflösenden Kameras, die sich im geosynchronen Orbit befinden, nicht nur zu Forschungszwecken interessant. Der Weltraum ist drauf und dran, militarisiert zu werden, streng genommen befinden wir uns bereits mitten im Geschehen.

Von der neugierigen Einhelligkeit, mit der die Menschen im naiv-fröhlichen Raumschiff-Enterprise-Universum die Galaxie erforschen, sind wir derzeit noch ein paar Jahrhunderte entfernt. Tatsächlich ist das geostrategische Interesse am Weltraum historisch uralt. Seit die antiken Kulturen unseren feuerroten Nachbarplaneten Mars nach ihrem Kriegsgott benannt hatten und Generationen von Seefahrern anhand des Sternenhimmels navigierten, spielt der Weltraum für Kriegsführung und Strategie eine zunehmend wichtige Rolle. Der legendäre chinesische Mandarin Wan Hu soll der Sage nach um das Jahr 1500 herum auf einem mit 47 Feuerwerkskörpern bestückten Raketenstuhl versucht haben, das All zu erreichen. Heute ist ein Mondkrater nach ihm benannt.

Den Sprung von der Geo- zur Astropolitik vollzog aber das 20. Jahrhundert. Ab hier darf das All als eigenständiger Raum gelten (wenngleich das in unmittelbarer Erdnähe immer ein wenig Definitionssache ist). Am 20. Juni 1944 erreichte zum ersten Mal ein menschengemachtes Objekt den Weltraum. Der deutsche Raketenpionier Wernher Freiherr von Braun hatte für den NS-Staat seine berühmt-berüchtigte V2-Rakete konstruiert, deren Einsatz die unvermeidliche Niederlage gegen die Alliierten noch abwenden sollte.

Publisher Logo

Dieser Artikel ist von NiUS

Klicke den folgenden Button, um den Artikel auf der Website von NiUS zu lesen.

Weitere Artikel