Die Bayerische Staatsregierung muss die bislang hartnäckig geheim gehaltenen Gästelisten der Staatsempfänge bei Wolfram Weimers Ludwig-Erhard-Gipfel herausrücken. Das hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof zugunsten von Apollo News entschieden und damit die ablehnende Entscheidung des Verwaltungsgerichts München korrigiert.
Mit dem am Mittwoch bekannt gegebenen Beschluss verpflichtet der Verwaltungsgerichtshof den Freistaat Bayern, uns „Auskunft darüber zu erteilen, wer bei den von der Bayerischen Staatsregierung in den Jahren 2022 bis 2025 anlässlich des Ludwig-Erhard-Gipfels ausgerichteten Staatsempfängen als Gast tatsächlich teilgenommen hat, indem der Name, die Funktion und die Institution der jeweiligen Person, aufgelistet nach dem Jahr des Empfangs, genannt werden.“
Der auf Steuerzahlerkosten organisierte Staatsempfang war fester Bestandteil des von der Weimer Media Group jährlich am Tegernsee veranstalteten Ludwig-Erhard-Gipfels – eine kommerzielle Netzwerkveranstaltung, bei der „Einfluss auf die politischen Entscheidungsträger“ an Wirtschaftsvertreter verkauft wird. Nachdem Apollo News dieses Geschäftsgebaren des Lobbyunternehmens aufgedeckt hatte, das damals noch zur Hälfte dem Kulturstaatsminister im Kanzleramt, Wolfram Weimer, gehörte, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder den für April 2026 geplanten Staatsempfang ab und zog sich als Schirmherr des Gipfels zurück. Er begründete dies mit „sehr offensive(n) Anbieten auch von Kontakten über den Staatsempfang“.
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