Nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur könnte es in Teilen Europas aufgrund des anhaltenden Konflikts im Iran und der angespannten Lage rund um die Straße von Hormus in den kommenden Wochen zu Engpässen bei Kerosin kommen. In der Folge drohen erhebliche wirtschaftliche Verwerfungen. Die Bundesrepublik Deutschland könnte besonders stark betroffen sein.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche lädt daher am Montag zum Krisengipfel, Bundeskanzler Friedrich Merz will mit dem neuen Nationalen Sicherheitsrat tagen. Bundesfinanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) erklärte dem Spiegel, man müsse die Warnungen „sehr ernst nehmen“. Bislang stammten rund 75 Prozent der europäischen Nettoimporte von Kerosin aus dem Mittleren Osten und könnten für längere Zeit kriegsfolgenbedingt ausfallen.
Nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) kommt Ersatz derzeit vor allem aus den USA. Diese Lieferungen können bislang jedoch nur etwa die Hälfte der ausgefallenen Mengen ersetzen. Es drohen daher knappe Bestände und ein angespanntes Marktumfeld, das sich bis über den Sommer hinaus ziehen könnte.
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