Eigentlich gilt der arabische Sender Al Jazeera als größter journalistischer Unterstützer der pro-palästinensischen Sache. Der Fernsehsender mit Sitz in Katar berichtet international und gibt nur allzu oft Hamas-Propaganda aus dem Gazastreifen wieder. Seine Nähe zu Islamisten wird Al Jazeera nun ausgerechnet im palästinensischen Westjordanland zum Verhängnis. Dort wurde der Sender am Mittwoch durch die Autonomiebehörde verboten.
Grund dafür ist die Berichterstattung Al Jazeeras über Zusammenstöße zwischen Sicherheitskräften der im Westjordanland regierenden Fatah und Mitgliedern der Hamas und des Palästinensischen Islamischen Dschihads im nördlich gelegenen Dschenin. Die Fatah hatte ihr Vorgehen gegen die rivalisierenden Gruppen zuletzt deutlich intensiviert. Aus Sicht der Autonomiebehörde hat der Sender wohl zu freundlich über diese islamistischen Milizen berichtet.
Bereits vor rund einer Woche hatte die Fatah dem Sender vorgeworfen, „Zwietracht“ zu säen, und ihm die Berichterstattung im Gouvernement Dschenin untersagt. Das Verbot wurde jetzt auf das gesamte Westjordanland ausgeweitet. Offiziell soll das Verbot nur zeitweise anhalten, bis, so heißt es in der Stellungnahme der palästinensischen Presseagentur WAFA, seinen „Rechtsstatus“ korrigiert hätte.
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