Der deutsche Zoll hat heute Autofahrer gestoppt, die in Tschechien oder Polen billiger getankt haben. Ein Triumph staatlicher Handlungsfähigkeit: Fahrzeuge werden kontrolliert, Tanks überprüft, Steuern nachberechnet. Der Staat weiß plötzlich ganz genau, wer wo über die Grenze fährt und was er mitbringt. Benzin kennt schließlich keine Gnade.
Wegen hoher Steuern und sonstiger Abgaben kostet der Liter Sprit in Deutschland rund 2 Euro – davon kassiert der Staat rund 1,16 Euro Abgaben. In Spanien, aber auch in den unmittelbaren Nachbarländern Polen und Tschechien spart man mindestens 50 Cent pro Liter beim Tanken. Selbst für die Bewohner der größten Stadt Deutschlands, Berlin, lohnt der Ausflug nach Polen: Billiger einkaufen, preiswert zum Friseur, und dann noch mit Benzin Geld reinholen. Schon ab München lohnt der Trip ins nahe Österreich, und in Nordbayern ist das rettende Tschechien nicht weit.
Damit ist eine wichtige Legende widerlegt – jene, die uns seit Jahren erzählt wird: Grenzen könne man in Europa nicht kontrollieren. Das sei unmöglich, technisch wie rechtlich. Millionen Menschen, so hieß es einmal aus dem Kanzleramt, ließen sich an den Grenzen ohnehin nicht aufhalten.
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