Laut einer aktuellen Auswertung des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hat die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Februar erneut zugenommen. Betroffen sind sowohl Personen- als auch Kapitalgesellschaften. Nach Einschätzung des Instituts dürfte sich dieser Trend in den kommenden Monaten fortsetzen. Die Forscher zählten im Februar 1.466 Insolvenzfälle – rund fünf Prozent mehr als im Januar und zwei Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Verglichen mit den Jahren vor der Pandemie (2016–2019) liegt das aktuelle Niveau um 58 Prozent höher.
Besonders stark betroffen waren größere Unternehmen. In den größten zehn Prozent der betroffenen Firmen standen mehr als 23.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel – ein deutlicher Anstieg gegenüber Januar (+38 %) und Februar 2025 (+22 %). Damit liegt die Zahl etwa beim Vierfachen des Durchschnitts vor der Corona-Zeit. Auffällig ist laut IWH zudem, dass im Februar mehrere Einrichtungen aus dem Gesundheitswesen Insolvenz anmeldeten, darunter das Klinikum Friedrichshafen mit über 1.500 Beschäftigten.
Die internen Frühindikatoren des Instituts weisen zudem auf eine Fortsetzung des Negativtrends hin. Nach einem ruhigen Jahresauftakt seien die Werte im Februar „außergewöhnlich stark angestiegen“ und hätten den zweithöchsten Stand seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2020 erreicht. Zudem weisen die Zahlen daraufhin, „dass im März weiterhin hohe Insolvenzzahlen zu erwarten sind. Im April und Mai ist ein weiterer Anstieg der Zahlen wahrscheinlich“, so Steffen Müller, Leiter der IWH-Insolvenzforschung.
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