Nirgendwo lässt sich der Grad der Geschlechter-Verunsicherung so deutlich ablesen, wie an den wechselnden Beziehungs-Trends. Eben waren Männer noch toxisch, allerorts wurde vor Narzissten gewarnt. Jetzt sollen die Kerle plötzlich wieder schmachten: Der „Yearning Man“-Trend bringt die sehnsüchtigen Schwärmer zurück, die einer Frau die Welt zu Füßen legen. Dieses Phänomen geht seit Wochen auf TikTok viral, befeuert von Filmen und Serien. Ein paar Hashtags und, zack, ist ein neuer Liebes-Hype geboren.
Der Australier Jacob Elordi spielt den von Liebessehnsucht gequälten Heathcliff
„Yearning“ bedeutet „sich nach jemandem verzehren“. 1813 beschrieb Jane Austen in ihrem Buch „Stolz und Vorurteil“ den ultimativen Yearner: Mr. Darcy, der keine Scheu hatte, seine Schwäche zuzugeben. Der stille Verehrer wurde auch für die Bridget-Jones-Filme reaktiviert und von Colin Firth gespielt. Jetzt wollen angeblich alle Damen einen Mr. Darcy in ihrem Leben – und zwar genauso wie in den millionenfach verkauften Romance-Schinken. Diese Bücher werden zwar als Massenware von Frauen für Frauen geschrieben und haben mit echten Männern nicht viel zu tun. Aber vielleicht ist in Zeiten, in denen ein Swipe über Liebe entscheidet, bezeichnend, dass sich Singles Verletzlichkeit und Verbindlichkeit von einem Galan wünschen.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











