Wolfram Weimer wirft USA „geistigen Vampirismus“ vor und will „Google zerschlagen“

vor 9 Monaten

Wolfram Weimer wirft USA „geistigen Vampirismus“ vor und will „Google zerschlagen“
Bildquelle: NiUS

Wer glaubt, die Frankfurter Buchmesse sei ein Ort, an dem es in erster Linie um Bücher und Literatur geht, irrt. Auch sie ist längst politischer Kampfplatz. Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, ging dort auf Gefechtsstation: Am Dienstag hielt er eine düstere Rede, getrieben von einer beunruhigenden Angst vor den gegenwärtigen politischen Entwicklungen und Kräfteverschiebungen. Sie mündete in extreme Sprache, dunkle Metaphern, Zerstörungswut und Größenwahn – ein toxischer Cocktail aus German Angst. Im Kern ging es um KI-Unternehmen und die Bedrohung, die von ihnen angeblich für deutsche Schriftsteller ausgehe.

Weimer lässt eine schreckliche Zukunft heraufziehen:

„Die KI wird wahrscheinlich die Welt der Literatur und der Bücher auf ihre Weise zerfetzen, und sie wird aus den Fetzen neue digitale Welten bauen. Es ist – und erlauben Sie mir ein offenes Wort – weit dramatischer als das, was wir mit der Digitalisierung erlebt haben.“

Schon jetzt stünden die Zeichen auf Sturm:

„Auf gleichsam vampiristische Weise saugen die Unternehmen derzeit das kreative Potenzial aus unzähligen klugen Köpfen, nutzen deren Ideen und Empfindungen, ihre Schaffenskraft, ihre Visionen. Damit wird die große kulturelle Errungenschaft autonomer Kunstwerke und vor allen Dingen Bücher zur Beute. Ich benutze das Wort ganz bewusst. Ich halte das für einen geistigen Vampirismus. Und er trifft die Literatur.“

Die „vampiristischen“ Unternehmen haben Namen und Adresse: Es sind die „Rechenzentren von Silicon Valley“, mit deren Hilfe amerikanische Konzerne sich auf einen „Raubzug“ durch Deutschland machten. Das Land der Dichter und Denker, bedroht von imperialer, transatlantischer Gewalt?

Es sind schroffe Worte, die bereits über den Atlantik hallten – bis ins Weiße Haus, wo sie nicht gut ankamen. Richard Grenell, einer der einflussreichsten Diplomaten der USA, schrieb auf X:

„Einer der vertrauenswürdigsten Berater des deutschen Bundeskanzlers greift amerikanische KI-Unternehmen öffentlich an. Sein Name ist Wolfram Weimer, und er bezeichnet US-Unternehmen als ‚digitale Kolonialisten‘, die eine ‚Industrie des organisierten Raubes‘ seien.“

Auch Grenell formuliert hart:

„Es handelt sich um einen massiven Angriff auf die gesamte digitale Industrie der USA mit dem ultimativen Ziel, sie in Europa lahmzulegen.“

Dabei klingt das Motto der diesjährigen Buchmesse eigentlich nach verträumtem Lesekreis: „Fantasie beseelt die Luft“ – ein Zitat aus dem Roman Noli me tangere des philippinischen Nationalhelden José Rizal. Wie Journal Frankfurt schreibt, wurde das Werk „zur Zeit des Kolonialismus verfasst, um die Ungerechtigkeiten der herrschenden Regierung aufzudecken“. Wichtig zu wissen: Die Philippinen sind 2025 Ehrengast der Frankfurter Buchmesse.

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