Ein Wolf streift durch Hamburg-Altona, greift eine Frau an und verunsichert eine Großstadt. Plötzlich wirkt das, was lange wie ein fernes Land „Idyll“ klang, ganz nah. Was in Hamburg noch für große Aufregung sorgt, ist andernorts längst Realität. Der Hamburger Wolf zeigt, was viele verdrängt und weggeredet haben: Die Rückkehr des Raubtiers ist keine romantische Naturgeschichte mehr, sondern eine Frage der Sicherheit und des Zusammenlebens.
Ende 2024 in Hessen: Zwei Reiter sind mit ihren Pferden und einem Hund im Wald unterwegs, als sie plötzlich einen Schatten hinter sich wahrnehmen. Kein streunender Hund, kein Fuchs. Ein Wolf. Die Begegnung, man könnte es wohl auch Verfolgung nennen, dauert ganze 20 Minuten an, alles festgehalten auf Video. Seitdem geht so mancher nicht mehr allein in den Wald. Willkommen in der neuen deutschen Wildnis.
Das Hessische Wolfszentrum schaut sich die Aufnahmen an und sagt mit amtlicher Gelassenheit: „Wolfstypisches Verhalten.“ Pressesprecher Moritz Frey erklärt: „Wölfe neigen dazu, die Situation erst mal eine Weile zu beobachten.“ Menschen würden oft nicht als Menschen erkannt, deshalb sei das Ganze „selten, aber nicht gefährlich“. Na dann. Einfach nur ein neugieriger Wolf, der mal gucken wollte. Wie niedlich.
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