Bundesbank-Chef Nagel: Wir sollen noch länger arbeiten

vor 8 Monaten

Bundesbank-Chef Nagel: Wir sollen noch länger arbeiten
Bildquelle: Tichys Einblick

Bundesbank-Präsident Joachim Nagel hat eine ehrliche Debatte über die Zukunft der Arbeit und des Wohlstands in Deutschland gefordert. Angesichts der alternden Gesellschaft und der wirtschaftlichen Herausforderungen mahnte der oberste Währungshüter in einem aktuellen Interview, dass Deutschland nicht länger an alten Gewohnheiten festhalten dürfe. „Wir müssen uns ehrlich machen“, sagte Nagel laut Table.Briefings. Und: „Wir sind eine alternde Gesellschaft. Wir müssen länger arbeiten, um uns den Wohlstand zu erhalten, den die Generationen nach dem Krieg aufgebaut haben.“

Damit stößt Nagel eine heikle, aber vermutlich überfällige Diskussion an: Wie lässt sich der Sozialstaat sichern, wenn immer weniger Erwerbstätige immer mehr Rentner finanzieren müssen? Während die Lebenserwartung steigt, bleibt das Renteneintrittsalter nahezu unverändert – ein Widerspruch, der laut Nagel auf Dauer nicht tragfähig ist. „Wenn wir unsere Wettbewerbsfähigkeit erhalten wollen, müssen wir auch unangenehme Fragen beantworten“, meint der Bundesbankchef. Andernfalls drohe Deutschland, wirtschaftlich und strukturell hinter andere Industrieländer zurückzufallen.

Tatsächlich ist die wirtschaftliche Lage in Deutschland angespannt. Nach Jahren der Stagnation, bei hohen Energiepreisen und einer schwachen Industrieproduktion gilt Europas größte Volkswirtschaft derzeit als schwer angeschlagen. Viele Haushalte sind spürbar geschwächt, während gleichzeitig Investitionen in Digitalisierung und Bildung zu gering ausfallen. Vor allem der Mittelstand klagt über hohe Steuerlasten, Bürokratie und Energiepreise, die Innovation und Wachstum bremsen.

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