Am Samstagabend, dem 4. Oktober, kam es in der historisch linken Studentenstadt Göttingen zu einem gewalttätigen Angriff auf Mitglieder der AfD durch Personen aus dem Umfeld des linksextremen Wohnprojekts „OM10“. Der Angriff endete für eines der AfD-Mitglieder mit einem Besuch in der Notaufnahme. Trotz des Vorfalls hat das selbstverwaltete linke Wohnprojekt „OM10“ in der Stadt Göttingen weiterhin freie Hand. Dies geht so weit, dass Akteure des extremistischen Hausprojekts am 8. November ihr zehnjähriges Jubiläum im Göttinger Jugendzentrum „JuZI“ feiern dürfen – einem Ort, der seit 2021 mit über einer halben Million Euro an Steuergeldern finanziert wurde.
Das Hausprojekt „OM10“, dessen Name die Abkürzung für „Obere-Masch-Straße 10“ ist – der Ort, an dem sich das Projekt befindet –, wurde 2015 ins Leben gerufen, als das damals leerstehende Gewerkschaftshaus des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) von linken Aktivisten besetzt wurde. Diese forderten damals die „sofortige Nutzbarmachung von leerstehendem Wohnraum“ und nutzten das Gebäude für die „sofortige Hilfe für Geflüchtete“. Dass es den Akteuren rund um das Wohnprojekt jedoch nicht ausschließlich um die Hilfe für Flüchtlinge geht, zeigten Ausschreitungen am vergangenen Samstag vor dem Haus.
2015 besetzt, 2017 gekauft: Das Wohnprojekt „OM10“ in der Obere-Masch-Straße 10 in Göttingen.
Laut der Pressemitteilung der Polizeiinspektion Göttingen vom 5. Oktober hatten sich an dem Abend rund 15 Mitglieder der AfD Niedersachsen im Rahmen einer parteiinternen Veranstaltung zunächst in einem Restaurant in der Innenstadt getroffen. Bei einem anschließenden Spaziergang durch die Göttinger Innenstadt soll die Gruppe „interessehalber“ an dem Gebäude „OM10“ vorbeigegangen sein. Ein Mitglied der AfD-Gruppe soll dann von Personen aus der „OM10“ erkannt worden sein, woraufhin etwa fünf Personen aus dem Gebäude auf die Gruppe zugegangen und auf die AfD-Mitglieder eingeschlagen hätten. Zwei Männer sollen leichte Verletzungen erlitten, eine ärztliche Behandlung jedoch abgelehnt haben.
Bei dem Treffen war auch der AfD-Abgeordnete Micha Fehre anwesend. Gegenüber NIUS beschreibt er den Vorfall aus seiner Sicht. Nach dem Restaurantbesuch wollten er und der Rest der Gruppe „einen kurzen Abstecher machen“, um sich das linke Hausprojekt „einmal von außen anzusehen“. Dabei soll die Gruppe auf der gegenüberliegenden Straßenseite gestanden haben.
An dem Tag fand jedoch eine linke Veranstaltung in dem Hof neben dem Gebäude statt, was die Gruppe erst bemerkte, als sie am Objekt angekommen war. Entgegen dem Polizeibericht sollen dann nicht fünf, sondern fünfzehn bis zwanzig Menschen aus dem Haus auf die andere Straßenseite zur AfD-Gruppe gegangen sein und diese angesprochen haben. Die Gruppe habe sich laut Fehre „nicht zu erkennen gegeben“. Dennoch habe ein Linksextremist eines der Mitglieder bereits von einem Infostand in der Göttinger Innenstadt im August erkannt. Die Person soll dann offensiv auf das AfD-Mitglied zugegangen sein, gesagt haben: „Wir kennen deine Fresse!“, und dann „sehr unvermittelt und sehr direkt nach einem Bruchteil der Zeit“ angefangen haben, auf die AfD-Gruppe einzuschlagen. Zudem soll einem Mitglied eine Flasche auf den Kopf geschlagen worden sein.
Fehre beschreibt: „Also nachdem die sich sicher waren, alles klar, wir sind hier von der AfD, da wurde gar nicht mehr gezögert. Da flogen direkt die ersten Fäuste.“ Laut Fehre sei die Gruppe dann in die Defensive gegangen und habe „direkt die Polizei eingeschaltet“. Gegenüber NIUS sagt Fehre, dass der Vorfall ein „Wachrüttler“ für ihn und die Anwesenden gewesen sei. Er sei schockiert darüber, dass die bloße politische Verortung der Gruppe als Legitimierung von Gewaltanwendung durch die Linksextremisten gesehen wurde. Dass die Gruppe an dem Abend so groß war, sieht Fehre zudem als großes Glück an:
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











