Ein Experte ist jemand, der dir vor dem Spiel sagt, welche Mannschaft gewinnen wird – und der dir nach dem Spiel erklärt, warum sie verloren hat. Das pflegte der Vorturner in meiner Journalistenausbildung immer zu sagen. Seitdem ist zwar eine beträchtliche Zeit vergangen, aber der Mann hatte damals schon recht, und daran hat sich bis heute nichts geändert.
Kluge Experten – so wie ich einer bin, sonst hätten Sie, lieber Leser, ja gar nicht erst angefangen, diesen Beitrag zu lesen – also: Kluge Experten vermeiden deshalb gefährliche Prognosen, mit denen man sich nur den Ruf versaut. Dementsprechend haben Sie von mir hier auch keinen Tipp zum Wahlausgang bekommen.
Stattdessen betrachten wir nun ohne Erfolgsdruck die Folgen des Wahlausgangs. Rollen wir dabei das Feld von hinten auf.
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Der große Verlierer heißt Robert Habeck.
Angetreten, um das Kanzleramt zu erobern, holt der grüne Spitzenkandidat ein noch schlechteres Ergebnis als Annalena Baerbock vor drei Jahren. Er strebe keine Führungsposition mehr an, lässt er nun wissen. Das klingt nobler, als es ist.
Denn schon längere Zeit hörte man, wie die einflussreiche Partei-Linke und die mächtigen Partei-Frauen zusammen die Messer wetzten. Wie rüde Habeck das ehemalige Vorsitzenden-Duo Ricarda Lang und Omid Nouripour abserviert hatte, haben diese Kreise nicht vergessen. Auch der Führerkult-Wahlkampf, den sich Habeck von der Werbeagentur Jung von Matt auf den eigenen Leib zuschneidern ließ, sorgte bei den Grünen für viele geballte Fäuste in vielen Taschen.
Dass Habeck bei Misserfolg würde gehen müssen, war schon seit Wochen klar. Dass er die Partei auf den harten Kern der Gläubigen zusammengedampft hat, macht seinen Abgang nur umso unvermeidlicher.
Sahra Wagenknechts politische Laufbahn ist zu Ende.
Das darf man schade finden, auch wenn man die Positionen der 55-Jährigen nicht teilt. Die Ehefrau von Oskar Lafontaine war fraglos eine der gescheitesten Figuren in unserem Politik-Zirkus. Ihre Lösungsvorschläge waren zwar fast immer ideologisch antiquiert, aber ihre Analysen waren trotzdem messerscharf und oft auch einfach richtig.
Doch durch Donald Trump ist Wagenknecht ihr wichtigstes Wahlkampfthema auf den letzten Metern abhandengekommen: der Ukraine-Krieg. Da zeichnet sich ein baldiges Ende ab, was dem BSW-Schrei nach „Frieden“ die Dramatik nahm. Vermutlich aber war der neuen Partei schon vorher der Stecker gezogen worden: von Thüringens BSW-Landeschefin Katja Wolf, der ein Ministersessel in der Landesregierung schlicht wichtiger war als die inhaltliche Glaubwürdigkeit ihrer Partei.
Christian Lindner braucht eine Anschlussverwendung.
DEUTSCHLAND: Klingbeil präsentiert Regierungsentwurf des Bundeshaushalts 2027 & Finanzplan bis 2030











