Rote Polsterbänke, Eisdielenmöbel, ein Barbereich und eine eigene Jukebox – was klingt wie ein Restaurantkonzept für ein American Diner, ist in Wirklichkeit ein Projekt des Landratsamts Weilheim-Schongau zur „Umsetzung eines Integrationskonzepts“. Direkt neben einer Asylbewerberunterkunft wurde eine ehemalige Industrieküche für stattliche 78.000 Euro in einen „Schulungsraum“ mit Retro-Flair umgebaut. Finanziert aus Mitteln des Freistaats Bayern, geplant für „Integrationsmaßnahmen“.
Einrichtung im Stil eines American Diner: Rote Barhocker, Flachbildfernseher, Klavier und Küchentheke.
Besonders brisant: Nachdem NIUS von dem ungewöhnlichen Container-Ausbau zum American Diner erfahren hatte, fragte die Redaktion mehrfach beim Landratsamt nach – zu Kosten, Zielen, Zweckmäßigkeit und politischer Verantwortung. Doch klare Antworten blieben aus. Stattdessen wurde wiederholt ausweichend geantwortet oder gar keine Angaben gemacht. Schließlich veröffentlichte die Lokalpresse – just nach Auslauf der Anfragefristen – einen auffallend wohlwollenden Bericht, in dem das Projekt als vorbildliche Initiative gefeiert wurde – mutmaßlich, um einer kritischen Berichterstattung zuvorzukommen.
Die umgebauten Räume befinden sich in vier zweigeschossigen Containern auf dem ehemaligen WTW-Gelände in Weilheim, das nun als Asylbewerberunterkunft genutzt wird. In der Vergangenheit dienten die Container als Mitarbeiter-Küche auf dem Fabrikgelände. Heute sind sie nach Angaben des Landratsamts ein „Veranstaltungsraum zu Zwecken der Integration von Geflüchteten“.
Von außen unscheinbar: In diesen weißen Containern auf dem Gelände der Flüchtlingsunterkunft Weilheim wurde ein ehemaliger Küchenbereich für 78.000 Euro zum Schulungsraum im Diner-Stil umgebaut.
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