In Wiesbaden zieht sich ein kommunales Trauerspiel seit fast einem Jahrzehnt hin – und könnte nun zur Belastungsprobe für das Linksbündnis im Stadtparlament werden. Das einstige Palasthotel, einst eine glanzvolle Adresse, sollte längst saniert und in bezahlbare Seniorenwohnungen umgewandelt werden. Doch bisher ist es immer an der Finanzierung gescheitert. Nach jahrelangem Stillstand sind jetzt erst einmal 13 Flüchtlingsfamilien eingezogen.
Eigentlich war alles anders geplant: Rund 80 Sozialwohnungen, die sich in den früheren Luxus-Suiten befanden, wurden geräumt. Die Mieter mussten ausziehen, um Platz für die Sanierung von 7.700 Quadratmetern zu machen. Doch die Baukosten laufen aus dem Ruder und das Geld fehlt. Die städtische Eigentümergesellschaft GWW/GWG hatte bereits vor einem Jahr eingeräumt, die Summe von 40 Millionen Euro nicht alleine stemmen zu können.
Seitdem herrscht Stillstand. Im Stadtparlament streitet sich das Bündnis aus SPD, Grünen, Linken und Volt um die Zukunft des Gebäudes – ohne Ergebnis. Statt Baulärm also nun eine Zwischenlösung: Weil Leerstand droht, ziehen dort Flüchtlingsfamilien ein. Laut Jobcenter handelt es sich um anerkannte Flüchtlinge mit Bürgergeld, die zuvor lange in Unterkünften lebten. „Alles kleinere Familien und keine Großfamilien“, heißt es von offizieller Seite.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











