Wer in diesen Tagen die großen Medien verfolgt, stößt auf erstaunlich optimistische Botschaften zur Strompreisentwicklung in Deutschland. Besonders der ZDF-Bericht „Bundesnetzagentur rechnet 2026 mit stabilen Strompreisen“ zeichnet ein Bild, das fast schon wie eine Erfolgsmeldung klingt. Dort heißt es, mit dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien wachse das Stromangebot, und dies wirke preisdämpfend.
Die implizite Botschaft ist klar: Die Energiewende beginne sich auszuzahlen, die Preise kämen zur Ruhe, und die Verbraucher könnten auf Entlastung hoffen. Doch bevor man diese Erzählung übernimmt, lohnt ein genauerer Blick. Stimmt diese Botschaft wirklich? Oder handelt es sich um eine jener wohlklingenden Deutungen, die bei genauer Betrachtung ihre Substanz verlieren?
Um die Frage nach der angeblichen „Entlastung“ zu beantworten, muss man sich die Fakten nüchtern anschauen. Und zwar nicht selektiv, sondern umfassend: Wo stehen die Strompreise heute tatsächlich? Wie entwickeln sich die Erzeugerpreise? Was passiert bei den Netzkosten? Und vor allem: Welche Rolle spielen staatliche Subventionen?
Beginnen wir mit der Ist-Situation in Deutschland im Vergleich zu seinen europäischen Nachbarn. Der Household Energy Price Index (HEPI) weist für November 2025 aus, dass Deutschland mit einem Durchschnittspreis von 39,35 Cent je Kilowattstunde der teuerste Haushaltsstrommarkt Europas ist – vor der Nummer zwei, der Windkraftnation Dänemark. Schon dieser Befund zeigt: Von einer entspannten Ausgangslage kann keine Rede sein.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











