Wie linksradikale Vereine die Kirche unterwandern

vor 6 Monaten

Wie linksradikale Vereine die Kirche unterwandern
Bildquelle: NiUS

Poledance vor dem Altar, queere Gottesdienste und antifaschistische Workshops unter dem Dach der evangelischen Kirche: In immer mehr Gemeinden der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) verschwimmen die Grenzen zwischen Glauben, Ideologie und Aktivismus. Die Initiative geht oftmals von Vereinen aus, die nicht offiziell Teil der Kirche sind. Die EKD gibt ihnen allerdings Raum. Ein Überblick.

An einer extra aufgebauten Stange neben dem Altar spreizt eine halbnackte Tänzerin ihre Beine und räkelt ihren Körper. Poledance in Kirchen? Für die EKD ist das kein Widerspruch. In der Adventszeit sorgten Stripshows in der altehrwürdigen St.-Marien-Kirche in Lübeck, der „Mutterkirche der Backsteingotik“, und in der St.-Nikolai-Kirche in Stiekelkamperfehn (Niedersachsen) für Empörung. Die Initiative ging von den Pastorinnen der jeweiligen Gemeinde aus. Beworben werden diese Veranstaltungen als „Tanzgottesdienste“.

Die Pastorin der St.-Nikolai-Kirche, Lisa Koens, ist selbst begeisterte Hobby-Pole-Tänzerin. Es ist nicht das erste Mal, dass Koens eine derartige Veranstaltung macht: Schon am „G*ttesdienst zum feministischen Kampftag“ am achten März gab es eine Stripshow, untermalt mit ruhiger Klaviermusik und Gesang. „Mit Anjuschkas, einer Pole Tänzerin, die die Themen Selbstwert und Mut tänzerisch performen wird“ – so lautete die Ankündigung für das Event.

Poledance im „G*ttesdienst zum feministischen Kampftag“ in der evangelisch-lutherischen Kirche St. Johannis bei Hamburg.

In Koens Predigt zum „Tanzgottesdienst“ geht es um „Befreiung“. Die Besucher sollen sich überlegen, wovon sie „befreit“ werden möchten. Später wird die Stange abgebaut und alle sind zum Tanzen aufgefordert, wie der NDR berichtet. Das Ziel solcher Gottesdienste: wieder mehr Leute in die Kirche zu locken und „Menschen einen Raum zu geben“.

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