Ein Riss geht durch den Nahen Osten: Selbst Katar – dessen Regierung in radikaler Gegnerschaft zu Israel steht und immer wieder für die Beherbergung von Terroristen kritisiert wird – verurteilte die iranischen Angriffe auf die Ölfelder des Landes als „feindlichen Akt“. Auch andere arabische Staaten, die für eine vermittelnde Rolle gegenüber dem Iran bekannt sind, rutschen durch die iranischen Angriffe der vergangenen Wochen zunehmend ins irangegnerische Lager – dem Mullah-Regime droht in der Region die endgültige diplomatische Isolation.
Ganz offensichtlich setzt das Regime auf maximale Destruktivität, ohne Rücksicht auf Verluste: Erst diese Woche hat der Iran die Flüssigerdgasanlage Ras Laffan in Katar angegriffen und dabei erhebliche Schäden verursacht. Nach Angaben von Qatar Energy wurden rund 17 Prozent der Exportkapazität für LNG außer Betrieb gesetzt – die Reparatur der Schäden könnte sich über bis zu fünf Jahre hinziehen.
Der Staatsminister für Energieangelegenheiten und CEO Saad Sherida Al-Kaabi rechnet mit jährlichen Einnahmeverlusten von rund 20 Milliarden US-Dollar. Damit schadet der Iran also nicht nur dem „feindlichen“ Europa, dessen Gasversorgung akut bedroht ist, sondern auch Katar massiv. Neben den direkten wirtschaftlichen Schäden können noch mehr indirekte Schäden entstehen: Das Image des vermeintlich sicheren Golfstaats, der nicht in Konflikte hineingezogen wird, sondern stattdessen als Mediator auftritt, ist schwer beschädigt.
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