Es ist ein typischer Wutausbruch von US-Präsident Donald Trump – und er kam mit Ansage. Am Dienstag teilte Trump auf seiner eigenen Social-Media-Plattform Truth Social kräftig gegen Friedrich Merz aus. „Der Kanzler von Deutschland, Friedrich Merz, glaubt, es wäre okay, wenn der Iran eine Nuklearwaffe hätte. Er hat keine Ahnung, wovon er redet!“, schimpfte Trump in seinem Posting. Jetzt spricht er auch davon, US-Truppen aus Deutschland abzuziehen.
Es ist die erwartbare Replik des US-Präsidenten auf die Angriffe aus Berlin – Merz hatte sich die Absetzungsbewegung vom US-Präsidenten zuletzt zum Sport gemacht. Gipfel des Ganzen war dann der Auftritt des Kanzlers vor wenigen Tagen, als er vor einer Gruppe von Schülern erklärte, Trump und die USA seien vom Iran „gedemütigt“ worden. „Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung“, sagte Merz wörtlich. Die USA könnten den Krieg nicht schnell beenden, „weil die Iraner offensichtlich stärker sind als gedacht und die Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich überzeugende Strategie haben“, fuhr er fort.
Friedrich Merz ist ein wandelndes kommunikatives Desaster. Es war völlig klar, dass ein Begriff wie „gedemütigt“ beim Ego-Mann Donald Trump die größtmögliche Verstimmung auslösen würde. Dass die Darstellung, der Iran habe die USA in Verhandlungen gedemütigt, sein Bild als großer „Dealmaker“ und damit den Kern seiner öffentlichen Persona angreift. Jeder, der sich fünf Minuten mit Trump und seinem Wesen beschäftigt hat, wusste das. Jeder Mensch, der nicht völlig vor den Schrank gelaufen ist, hätte es wissen können.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











