Nach der Buchmesse „Seitenwechsel“ in Halle am vergangenen Wochenende sollten zunächst die Fakten sprechen: Mehr als 6000 Besucher kamen zu dem Literaturfest, in der Messe drängten sich zeitweise so viele Besucher, dass die Organisatoren von Lese- und Diskussionsveranstaltungen Überfüllung meldeten. Zuweilen fanden Gäste nur auf dem Boden Platz. Als die Autorin Gloria von Thurn und Taxis ihr Buch „Lieber unerhört als ungehört“ signierte, reichte die Schlange der Leser durch die halbe Ausstellungshalle. Und ja: Auch am Kaffee- und Würstchen-Stand mussten sich Besucher etwas länger gedulden.
Das mit viel Medienunterunterstützung und mit Geld der staatlich finanzierten Amadeu-Antonio-Stiftung unterstützte linke Gegenfestival „Wir“ bekam auf seinen 35 Veranstaltungen an dem Buchmessewochenende gerade 1500 Besucher zusammen, obwohl es sich bei etlichen Programmpunkten um Gratis-Angebote handelte. Und vor dem Messegelände versammelten sich gerade einige Dutzend linke bis linksextreme „Gegendemonstranten“. Was machten die berichtenden alten Medien, die wochenlang das „Wir“-Festival beworben und die Buchmesse als „rechtsextrem“ gerahmt hatten, nun aus dieser Datenlage?
Andererseits sollen die Leser der Qualitätsblätter so wenig wie möglich über den Inhalt der Podiumsgespräche und über die gezeigten Bücher erfahren. Die „Süddeutsche“ stellt sich der Aufgabe, indem sie den Text zu einem großen Teil mit Schilderungen der langen Würstchenschlange füllt. Auch den Mangel an Papierhandtüchern auf der Herrentoilette vermerkt das Blatt ausführlich. So kann man Andrang auch beschreiben. „Die rechte Buchmesse ‚Seitenwechsel‘ in Halle gerät zum logistischen Durcheinander. Auch Überraschungsgast Alexander Gauland kann die Besucher nicht mit der langen Schlange vor dem Würstchenstand versöhnen“, heißt es in dem Text. Von dem, was Gloria von Thurn und Taxis aus der Bühne sagt, zitiert Autor Bernhard Heckler nur Bruchstücke. Dafür beschreibt er die Kleidung des Journalisten Alexander Kissler von Nius, der die Autorin interviewt: „Rotes Hemd, blaue Krawatte, grauer Anzug.“
Pressekonferenz mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte | 06.07.2026











