„Arm, aber sexy“: Das hat Klaus Wowereit einst über Berlin gesagt. Der Satz des SPD-Politikers und früheren Regierenden Bürgermeisters ist locker die Untertreibung des Jahrhunderts.
Das trifft nicht unbedingt für den „sexy“ Teil der Aussage zu, ganz sicher stimmt es aber für den finanziellen Teil. Berlin kommt die Deutschen teuer zu stehen. Nicht erst seit der Wiedervereinigung ist die Stadt ein Fass ohne Boden. Ohne immer mehr fremdes Geld wären an der Spree schon längst alle Lichter ausgegangen.
Berlin hat sich wirtschaftlich noch nie selbst getragen. Seien wir gnädig und betrachten nur die Zeit nach der Wiedervereinigung: Als die sogenannte Berlin-Hilfe wegfiel, also der großzügige jährliche Zuschuss durch die Bundesregierung, wurde die einstige Mauerstadt unmittelbar und sofort zu einem schlimmen Sanierungsfall.
Seit 1995 wird Berlin über den sogenannten Länderfinanzausgleich quersubventioniert. Der funktioniert rechnerisch seit einigen Jahren etwas anders, hat im Kern aber unverändert dieselbe Aufgabe. Seit 1995 hat sich die Stadt in jedem Jahr die mit weitem Abstand größte Summe aus dem Topf gegriffen, im Jahr 2023 waren es fast vier Milliarden Euro. Das zweitgrößte Nehmerland, Sachsen, hat deutlich mehr Einwohner und bekam nur etwas mehr als drei Milliarden.
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