Als „NS-belastet“ oder „NS-konform“ bewertet die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO) vierzehn Preisträger ihrer Ehrenmedaille – denen sie diese Auszeichnung nun entzieht. Zugleich will sie eine neue Auszeichnung etablieren, die „explizit auch das gesellschaftspolitische Engagement für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit“ einbeziehen soll.
Grundsätzlich ist nichts dagegen einzuwenden, Preisträgern, die sich eines Preises als unwürdig erweisen, einen Preis abzuerkennen. Unerträglich ist hingegen die Doppelmoral, die die Entscheidung prägt, und die im Blick auf zwei Persönlichkeiten eklatant hervorsticht:
Unter anderem wird die Ehrenmedaille Heinz Rühmann entzogen, dem sie 1972 verliehen worden war. Nun sollte man den Opportunismus, den er an den Tag legte, um schauspielern zu dürfen, kritisieren.
Man kann ihn sogar schärfstens anprangern – wenn man sich traut. Denn vielen Künstlern ist ihr Schaffen wie dem Normalsterblichen das Atmen. Umso größer sollte man jene Künstler wertschätzen, die das Opfer brachten, und Exil oder Widerstand vorzogen. Höhere Achtung vor einer solchen Leistung bedeutet aber nicht im Umkehrschluss, dass man den Stab brechen müsste über allen, die dazu nicht im Stande waren:
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