Die deutschen Krankenkassen sind finanziell überlastet. Während etliche Krankenkassen sich gezwungen sehen, die Zusatzbeiträge zu erhöhen, es Vorschläge gibt, die Praxisgebühr wieder einzuführen und der Ruf nach Leistungskürzungen immer lauter wird, werden die Krankenkassen selbst in der Diskussion kaum berücksichtigt. Eine Kleine Anfrage der brandenburgischen Landtagsabgeordneten Dr. Daniela Oeynhausen zeigt anhand von zwei Krankenkassen, wo bei den Krankenkassen selbst Einsparpotenziale liegen.
In der Kleinen Anfrage wurden die Innungskrankenkasse Brandenburg und Berlin, die, wie der Name schon sagt, in Berlin und Brandenburg aktiv ist, und die AOK Nordost thematisiert. Die AOK Nordost hat ihr Gebiet in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Für beide Krankenkassen ist das brandenburgische Gesundheitsministerium die Aufsichtsbehörde.
Auffällig ist, dass beide Krankenkassen unterschiedlich hohe Verwaltungskosten pro Versicherten haben. 2015 hatte die AOK Nordost 189,10 Euro Verwaltungskosten pro Versicherten, während die IKK Berlin Brandenburg nur 149,63 Euro Verwaltungskosten pro Versicherten ausgab. Besonders groß ist der Unterschied im Jahr 2017, wo die IKK BB 149,03 Euro Verwaltungskosten pro Versicherten hatte, die AOK Nordost sogar 217,20 Euro pro Versicherten ausgab. Hätte die AOK Nordost mit ihren damals 1.756.087 Versicherten die gleichen Verwaltungskosten pro Versichertem gehabt, hätte die Kasse fast 120 Millionen Euro gespart.
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