In einer Umfrage für das Verbraucherportal Verivox hat sich eine Mehrheit der Befragten in Deutschland für die Rückkehr zur Kernkraft ausgesprochen. 55 Prozent befürworteten in der Ende März veröffentlichten Umfrage den Wiedereinstieg in die Kernenergie. 36 Prozent lehnten eine erneute Nutzung der Kernenergie in Deutschland ab, neun Prozent waren unentschieden. Damit kommt die Kernenergie auf Zustimmungswerte wie sie die Erneuerbaren Energien erhalten (57 Prozent)!
Doch die SPD – mit 16 Prozent der Stimmen bei der letzten Bundestagswahl für ihre industrie- und arbeitsplatzfeindliche Politik abgestraft – wehrt sich mit Händen und Füßen – wie in anderen Politikbereichen auch – gegen den Willen der Mehrheit der Deutschen für einen Politikwechsel. Dabei waren es sozialdemokratisch geführte Bundesregierungen unter Willy Brandt und Helmut Schmidt, die in Anbetracht der ersten und zweiten Ölpreiskrise den Ausbau einer neuen Generation von Kernkraftwerken den Weg ebneten.
Ein guter Teil des wirtschaftlichen Erfolgs von 1980 bis 2010 war durch den preissenkenden Effekt der Kernkraftwerke möglich. Wir sollten uns daran erinnern, dass die Stromkosten aus Kernkraftwerken bis zum fatalen Ausstieg der Ampel-Koalition im April 2023 bei 2,5 bis 3 Cent pro Kilowattstunde lag, einem Viertel des heute üblichen Börsenstrompreises. Und in diesen Kosten waren die Rückstellungen für den zukünftigen Rückbau und die Endlagerung schon mit enthalten.
Alt-Kanzler Helmut Schmidt hatte die Kernkraftwerke flexibel konzipieren lassen.
Helmut Schmidt, der ja einen Anteil von 50 Prozent der Kernenergie an der Stromversorgung für erstrebenswert hielt, hatte Anfang der siebziger Jahre dafür gesorgt, dass in Deutschland zu bauende Kernkraftwerke sehr schnell herauf- und heruntergefahren werden konnten. Insofern ist der allseits bekannte grüne Spruch, dass Kernkraftwerke die Netze verstopfen, an Dummheit nicht zu überbieten.
Im Gegenteil: Kernkraftwerke konnten seit Jahrzehnten die zunehmenden Schwankungen von Wind- und Solarstrom in Sekunden ausgleichen und waren der Garant der Stabilität des Stromnetzes auch bei massivem Ausbau der Erneuerbaren. Der Wegfall der Kernkraftwerke führt uns nun in eine Stromzukunft, die bei zu viel Wind und zu viel Sonneneinstrahlung zu Abschaltungen von Wind- und Solarstrom führt und zu Abschaltungen von Verbrauchern, wenn Wind und Solarstrom fehlen – etwa nachts oder bei Dunkelflaute im Winter.
Offenbar fehlt es den Koalitionsverhandlern an diesen Erkenntnissen. Geld spielt ja ohnehin keine Rolle mehr und so glaubt man die Schwankungen der Wind- und Solarenergie durch grünen Wasserstoff, der zehnmal so teuer ist wie der eben erwähnte Kernenergiestrom, ausgleichen zu können. Wer diesen Weg wählt, anstatt zur Kernenergie zurückzukehren, wird Deutschlands energieintensive Industrieproduktion zerstören, und damit auch Millionen an Industriearbeitsplätzen.
Deutschlands außergewöhnlich hoher Wohlstand hatte nicht zuletzt seine Ursache in dem hohem Kernenergieanteil und später in der besonders preiswerten Erdgasversorgung durch Pipelinegas aus Russland. Insofern war der grüne Ansatz die Kernenergie zu zerstören immer auch eine antiindustrielle Politik.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











